Winter schon vorbei? Erste Störche sind zurück in Bayern

Hilpoltstein - Sie gelten als Glücksbringer und Frühjahrsboten: Die ersten Störche sind aus ihren Winterquartieren zurück nach Bayern gekommen.

Ein Storch klappert auf einem Nest. Die ersten Tiere kehren bereits wieder nach Bayern zurück.
Ein Storch klappert auf einem Nest. Die ersten Tiere kehren bereits wieder nach Bayern zurück.  © Ursula Düren/dpa

Rund 50 Tiere wagten schon den Rückflug aus Spanien oder Frankreich, schätzt Oda Wieding, Storch-Expertin beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) im fränkischen Hilpoltstein.

Manche Tiere seien aber gleich wieder umgekehrt, berichtete Wieding. "Bei der Eiseskälte vor zwei, drei Wochen sind einige noch einmal weg." Sie gönnten sich noch ein paar Tage am Bodensee, wo es zumindest ein paar Grad wärmer war. Auch Störche, die die kalten Monate in Afrika verbracht haben, werden erst in den nächsten Wochen eintreffen. "Bei der Strecke planen sie ihre Reise ganz genau", erklärte Wieding.

Rund 300 Tiere sparen sich lieber den langen Flug und überwintern in Bayern. Bei vielen handele es sich um Störche aus früheren Zucht- und Wiederansiedlungsprogrammen in der Schweiz, im Elsass und in Baden-Württemberg.

Diese seien zwei, drei Jahre am Wegfliegen gehindert worden und hätten sich dadurch an die niedrigeren Temperaturen gewöhnt.

Inzwischen passe aber das Wetter und auch die Tageslichtlänge. "Jetzt heißt es, die Nistplätze zu besetzen", erklärte Wieding. Die Plätze auf Kirchtürmen oder Schornsteinen von Fabriken und Brauereien seien begehrt, schließlich kommen immer mehr Störche nach Bayern. Rund 750 Paare zählte der Landesbund für Vogelschutz allein im vergangenen Jahr. "Die Brutplätze werden langsam knapp."

Störche sind eher ihrem Nest als ihrem Partner treu

So müssen die Experten neue Lösungen finden - das Nest höher setzen, damit der Rauch über dem Kamin abziehen kann, oder den Nistplatz auf das Nachbardach umsiedeln. Gar nicht so einfach, denn die Störche versuchen möglichst dasselbe Nest wie im vergangenen Jahr zu ergattern. "Störche sind eher ihrem Nest als ihrem Partner treu."

Am Nest treffen die Tiere aber oft auf ihren ehemaligen Partner. "Dann lassen sie sich auch gern aufeinander ein", meint die Storch-Expertin. "Man kennt sich, man schätzt sich und weiß, dass der Partner gut auf den Nachwuchs acht gibt."

Rund 30 Tage brüten Störche die Eier aus, dann schlüpfen im Schnitt zwei bis vier Jungvögel. Nach zwei bis drei Monaten können die Tiere fliegen, ab August brechen viele schon wieder auf Richtung Süden.

Titelfoto: Ursula Düren/dpa

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