Existenzängste im Handwerk: Warnungen vor flächendeckenden Betriebsschließungen

München - Die hohen Energiepreise sorgen im bayerischen Handwerk für Existenzangst. "Ohne bezahlbare Energie ist die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe massiv gefährdet", sagte der Präsident des Bayerischen Handwerkstags (BHT), Franz Xaver Peteranderl (67), am Mittwoch.

Der Präsident des Bayerischen Handwerkstags, Franz Xaver Peteranderl (67), sieht die Wettbewerbsfähigkeit massiv gefährdet. (Archiv)
Der Präsident des Bayerischen Handwerkstags, Franz Xaver Peteranderl (67), sieht die Wettbewerbsfähigkeit massiv gefährdet. (Archiv)  © Sina Schuldt/dpa

Aus immer mehr Zuschriften der Mitglieder spreche "die blanke Existenzangst".

Parallel meldeten sich am Mittwoch die Bayerischen Ernährungshandwerke zu Wort und warnten vor flächendeckenden Betriebsschließungen.

"Die Entwicklungen an den Energiemärkten in den vergangenen Wochen haben ein existenzbedrohendes Ausmaß erreicht. Wenn sich allein die Kosten für Strom vervielfachen, dann stemmen die Betriebe das schlicht und ergreifend nicht", sagte Lars Bubnick, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes für das bayerische Fleischerhandwerk, stellvertretend für die fünf in den Ernährungshandwerken zusammengeschlossenen Verbände.

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Neben dem Fleischerhandwerk sind das der Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk, die Konditoren-Innung Bayern, der Bayerische Müllerbund und der Verband Private Brauereien Bayern.

Ergreife die Politik "nicht schnellstmöglich Gegenmaßnahmen, werden Betriebsschließungen die unweigerliche Folge sein", warnte Bubnick.

Metzgerei rechnet mit Kostenanstieg von 88.000 auf 321.000 Euro

Als Beispiele für gestiegene Preise nannten die Lebensmittelhandwerker Fälle mit drohenden Strompreissteigerungen von 140.000 auf 450.000 Euro im Jahr bei einer Mühle in Schwaben oder von 88.000 auf 321.000 Euro im Jahr bei einer Metzgerei in Oberfranken.

Peteranderl forderte bei Hilfen für Unternehmen unbedingt auch "energieintensive Bereiche des Handwerks wie Bäcker, Metzger, Konditoren, Textilreiniger und Metallhandwerker zu berücksichtigen".

Zudem betonte er, es wäre "fahrlässig, das Stromangebot zu verknappen und mit der Atomkraft nur als Notreserve in den Winter zu gehen".

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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