Hohe Steuern und Arbeitskosten: Vorsprung des Industriestandorts Bayern schrumpft

München - Der Freistaat Bayern ist nach Einschätzung der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) weiterhin ein "hervorragender" Industriestandort - aber mehrere Industrie- und Schwellenländer holen bei der Standortqualität rasch auf.

Der Wirtschaftsstandort Bayern ist - auch dank innovativer Technologien, noch immer attraktiv, so der Verband vbw. Aber mehrere Industrie- und Schwellenländer holen auf. (Symbolbild)
Der Wirtschaftsstandort Bayern ist - auch dank innovativer Technologien, noch immer attraktiv, so der Verband vbw. Aber mehrere Industrie- und Schwellenländer holen auf. (Symbolbild)  © Matthias Balk/dpa

"Der Vorsprung Bayerns schmilzt", sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt am Montag in München. Größter Standortnachteil seien die hohen Steuern und Arbeitskosten.

Im Vergleich mit 44 anderen Industriestandorten seien heute nur die USA besser, die unter Präsident Donald Trump auf Platz 1 vorgerückt seien - vor Bayern, die Schweiz und Schweden.

China, laut vbw "der bedeutendste Konkurrent Bayerns" als Industriestandort, kommt nur auf Platz 24. Die Volksrepublik holt jedoch bei Gesetzen, Verwaltung, Infrastruktur und Ressourcen auf und kommt beim Dynamik-Ranking der vbw wie schon in den vergangenen Jahren mit großem Abstand auf Platz 1. Dahinter folgen Indonesien, Russland, Vietnam und Rumänien.

Der Freistaat ist hier weiter zurückgefallen und belegt mit Rang 26 von 45 untersuchten Ländern nur noch einen Platz im Mittelfeld.

"Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts muss wieder in den Fokus rücken"

Zwar habe Bayern "seine traditionellen Stärken weiter ausgebaut. Besonders punktet Bayern mit leistungsfähigen Transport- und Logistiksystemen. Auch die Entwicklung der Breitbandinfrastruktur kommt schneller voran als im Schnitt der Wettbewerber", sagte Brossardt. Auch das Regulierungsumfeld habe sich besser entwickelt als im Schnitt der Wettbewerber.

Aber bei der Kostenentwicklung sei Bayern weiter abgerutscht. Hohe Arbeitskosten und Steuern seien "ein echter Standort- und Wettbewerbsnachteil, der sich vergrößert", sagte Brossardt. "Andere Industriestaaten konnten ihr Ranking mit Steuerreformen hingegen verbessern."

Die USA und die Schweiz etwa hätten ihre Position im Dynamik-Ranking verbessert. "Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts muss wieder in den Fokus rücken", forderte der Verbandsmanager.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

Mehr zum Thema Bayern:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0