Holetschek: Sorgen über ungenaue Krankenhaus-Ampel sind unbegründet

München - Nach Berichten über eine ungenaue Berechnung der Krankenhausampel hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (56, CSU) Zweifel am Corona-Sicherheitskonzept zurückgewiesen.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (56, CSU) setzt auf die Krankenhaus-Ampel. Aber in Kombination mit weiteren Faktoren.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (56, CSU) setzt auf die Krankenhaus-Ampel. Aber in Kombination mit weiteren Faktoren.  © Sven Hoppe/dpa

"Mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) als Ampelwächter und Wissensknotenpunkt in Bayern haben wir ein so umfassendes und weitreichendes Monitoring aufgesetzt, dass wir die Corona-Lage Bayern sowohl kurz- wie mittelfristig verlässlich einschätzen können", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in München.

Experten wie der Statistikprofessor Helmut Küchenhoff von der LMU München hatten jüngst erklärt, dass die der Ampel zugrunde gelegten Werte wie die 7-Tage-Fallzahl der Covid-Patienten in Krankenhäusern und die Anzahl der durch Corona-Patienten belegten Intensivbetten ungenau berechnet werden und die tagesaktuellen Werte für Bayern bis zu 80 Prozent zu niedrig liegen.

Ursache soll der Übermittlungsverzug bei den Fallzahlen sein, mit denen die Kenngrößen berechnet werden. Darüber hatten verschiedene Medien berichtet.

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Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gibt es aber keinen Grund zur Sorge: "Hospitalisierungsinzidenz und Bayerische Krankenhausampel sind heute angesichts von Millionen erfolgreicher Impfungen notwendige und richtige Parameter zur Beurteilung der Pandemie in Deutschland und in Bayern", sagte ein Sprecher.

Es sei eine bewusste Entscheidung gewesen, bei der Ampel auf Klarheit und Nachvollziehbarkeit zu setzen.

Krankenhausampel steht unter täglicher Beobachtung

Bei der Überprüfung der Pandemie werde die weiter ansteigende Impfquote, die Belastung der Krankenhäuser und die 7-Tage-Inzidenz verschiedener Altersgruppen jeden Tag zur Einschätzung der Lage einbezogen, hieß es weiter.

Die Krankenhausampel orientiere sich - so der Sprecher - "nominal nachvollziehbaren Werten fest - im Fokus die 7-Tage-Hospitalisierungsrate Bayern und die Auslastung der Intensiv-Versorgungskapazitäten".

Weiter: "Sie (die Krankenhausampel) steht heute auf Grün, aber sie steht zusammen mit allen anderen verfügbaren Parametern unter unserer täglichen Beobachtung und basiert auf der notwendig engen, zeitnahen und verlässlichen Zusammenarbeit unserer Gesundheitsämter, unserer Krankenhäuser, des LGL und des RKI (Robert Koch-Instituts) in Berlin." Bayern sei mit dieser Systematik sehr gut aufgestellt.

Seit Anfang September ist die Farbe der Krankenhaus-Ampel dafür ausschlaggebend, ob die Maßnahmen in Bayern gegen Corona verschärft werden müssen. Sie springt auf Gelb, sobald innerhalb von sieben Tagen mehr als 1200 Corona-Patienten neu in bayerische Kliniken aufgenommen werden müssen.

Auf Rot würde die Ampel schalten, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern liegen.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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