Einzige bayerische Hühnerrasse "extrem gefährdet": Zoo will Aussterben stoppen

Augsburg - Der Augsburger Zoo will im Rahmen eines bundesweiten Artenschutzprojektes eine seltene bayerische Hühnerrasse vor dem Aussterben bewahren. 

Das Augsburger Huhn ist die einzige bayerische Hühnerrasse - und vom Aussterben bedroht.
Das Augsburger Huhn ist die einzige bayerische Hühnerrasse - und vom Aussterben bedroht.  © Stefan Puchner/dpa

Wie der Zoo berichtete, seien derzeit sechs Tiere der Rasse Augsburger Huhn in der Eingewöhnungszeit und sollen künftig im Gehege der Zwergesel leben. 

"Das Augsburger Huhn ist die einzige bayerische Hühnerrasse", teilte der schwäbische Tiergarten mit. Sie sei in der höchsten Gefährdungsklasse als "extrem gefährdet" eingestuft.

Die Hühnerrasse wurde 1870 in Haunstetten, heute ein Stadtteil von Augsburg, erstmals gezüchtet. "Es handelt sich um ein klassisches Zweinutzungshuhn mit sehr gutem Fleischansatz und hoher Legeleistung", berichtete der Zoo. Als Zweinutzungshuhn werden Tiere bezeichnet, die sowohl zum Eierlegen als auch zum Schlachten gehalten werden.

Die Hühner sind nun wegen eines Projekts des Verbandes der Zoologischen Gärten in Berlin in den Zoo gekommen. Die in dem Verband organisierten Zoos wollen gemeinsam einheimische Rinder-, Ziegen-, Schweine- und Hühnerrassen vor dem Aussterben retten. 

"Viele Menschen denken beim Artenschutz zuerst an Wildtiere, dabei sind auch 64 Prozent aller einheimischen Haustierrassen gefährdet", sagte Andreas Casdorff vom Vorstand des Zooverbandes. Die Zoos seien mit ihrer Expertise dazu prädestiniert, das Verschwinden dieser biologischen Vielfalt aufzuhalten.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird vom Bundesagrarministerium gefördert. Weitere Rassen, die dabei gezüchtet werden sollen, sind beispielsweise die Thüringer Waldziege und das Leicoma-Schwein, das früher besonders in der DDR verbreitet war.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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