Immobilienpreise in Bayern explodieren: "Überhitzung" in München

München - Die Immobilienpreise in Bayern schießen trotz der nicht überwundenen Pandemie ungebremst in die Höhe.

Die Innenstadt von München: Die Immobilienpreise in der bayerischen Landeshauptstadt explodieren geradezu.
Die Innenstadt von München: Die Immobilienpreise in der bayerischen Landeshauptstadt explodieren geradezu.  © Sina Schuldt/dpa

Von Frühjahr bis Herbst wurden Wohnungen und Häuser - neu und gebraucht - landesweit im Schnitt um rund vier Prozent teurer, wie der Immobilienverband Süd am Freitag berichtete.

Noch schneller stiegen die Preise in der Landeshauptstadt München, wo Eigentumswohnungen sowie neue Doppelhaushälften oder auch Reihenmittelhäuser innerhalb von sechs Monaten um jeweils über zehn Prozent teurer wurden.

"Wir sind im Bereich Überhitzungserscheinungen", sagte Stephan Kippes, Marktforscher des Verbands.

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Von einer Blase in München geht Kippes jedoch nicht aus, da der Bedarf da ist und die Bevölkerung wächst. "Das wird den Markt stabil halten."

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für neue Eigentumswohnungen in München stieg demnach von 9950 auf 11.100 Euro. "Die Schwerkraft scheint außer Kraft zu sein", sagte Kippes.

Negativzinsen der Banken befeuern den Immobilienmarkt

Doch auch im übrigen Freistaat wird Wohneigentum unaufhaltsam teurer. Im bayernweiten Schnitt kostet demnach ein freistehendes Einfamilienhaus in einer guten Gegend derzeit 900.000 Euro, in München 2,1 Millionen. Neue Reihenmittelhäuser in guter Lage schlagen im landesweiten Schnitt mit 622.000 Euro zu Buche und in der Landeshauptstadt mit 1,2 Millionen.

Bayernweit ist der Mangel an Baugrund ein treibender Faktor. "Baugrundstücke gibt's quasi keine mehr", berichtete der Augsburger Makler Martin Bloch. Ähnliches melden Kollegen aus Aschaffenburg oder Bayreuth.

Doch die fehlenden Grundstücke sind es nach Kippes' Einschätzung nicht allein. Viele Investoren suchten nach wie vor nach Anlagemöglichkeiten. "Es ist sehr viel Geld unterwegs". Zusätzlich befeuert wird der Trend nach Einschätzung des Experten durch die Banken, die von ihren Kunden Negativzinsen verlangen.

"Eine Ausweichmöglichkeit ist nicht zuletzt die Anlage in Immobilien", sagte Kippes.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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