Bayerns Innenminister optimistisch: Impfstoffe greifen wohl auch Mutationen an

München - In den vergangenen Wochen gab es nahezu nur negative Schlagzeilen im Zusammenhang mit der Sars-CoV-2-Pandemie. Steigende Zahlen, Rekordzahlen bei Todesraten, Mutationen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (64, CSU) jedoch legt neue Zahlen auf den Tisch.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (64, CSU) schöpft aktuell Hoffnung im Kampf gegen Corona. (Archiv)
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (64, CSU) schöpft aktuell Hoffnung im Kampf gegen Corona. (Archiv)  © Armin Weigel/dpa

Am Dienstagabend gegen 20 Uhr teilte der 64-jährige Minister mit: Die Zahl der täglichen Neuinfektionszahlen scheint nicht mehr weiter anzusteigen.

"Bei aller Vorsicht wegen des verkürzten Betrachtungszeitraumes" spricht Herrmann dennoch von einem "kleinen Silberstreif am Horizont".

Zwar stünde Bayern im innerdeutschen Ranking weiterhin mit einem Inzidenzwert von 216 auf Platz 3 - hinter Sachsen (427) und Thüringen (299) - sei aktuell eine positive Entwicklung der laborpositiven Tests erkennbar. Lagen diese vor einer Woche noch zwischen 7,6 und 9,1 Prozent, ist diese Zahl auf einen Wert zwischen 6,6 und 7,9 Prozent gesunken - trotz vermehrter Testungen.

Auch würde die rechnerisch tägliche Sterbefallzahl anfangen, sich der Stagnation zu nähern, und es hätte außerdem "in den letzten sieben Tagen kein neues All-time-high gegeben".

Doch der Staatsminister gibt zu bedenken, dass nach wie vor deutlich zu viele Menschen auf "Intensiv" verlegt werden müssten. "Eine Entlastung der Kliniken deutet sich leider noch nicht an." Der Optimismus ist also alles andere als uneingeschränkt.

Impfstoffe können es wohl auch mit Mutationen aufnehmen

Seit Monaten wird das neuartige Coronavirus erforscht - und man scheint auch gegen Mutationen gewappnet zu sein. (Symbolbild)
Seit Monaten wird das neuartige Coronavirus erforscht - und man scheint auch gegen Mutationen gewappnet zu sein. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Doch es gibt auch ganz klare Werte, die Hoffnung schöpfen lassen. In Bezug auf die 7-Tages-Inzidenz sackt die Kurve beim Spitzenreiter Landkreis Regen deutlich ab.

Lag dieser Wert am Donnerstag der Vorwoche noch bei 670,5 pro 100.000 Einwohner, sieht die Zahl am Dienstag mit 560,7 schon enorm besser aus. Auch wenn manche Regionen noch Anstiege verzeichnen müssen, eine Entwicklung wie im Regener Landkreis sei immerhin erfreulich.

Auch die bekannt gewordene Mutation des Virus sei - Stand jetzt - eine wohl stemmbare Aufgabe, auch wenn es - so eine Schätzung aus London - um 70 Prozent ansteckender sei. Damit es die neue Variante nicht so leicht nach Deutschland schaffe, habe man zumindest den Reiseverkehr mit dem Vereinigten Königreich sofort weitgehend heruntergefahren.

"Dass Viren mutieren, ist etwas völlig Normales. Schon jetzt sind gut 20 Covid-19-Mutationen bekannt", erinnert Herrmann. Und das ist ein gutes Zeichen, denn Grippeviren beispielsweise würden im Vergleich deutlich mehr mutieren.

Auch ändere sich nichts an der geplanten Impfstrategie, denn auch die Mutation sollte - Stand jetzt - hier abgedeckt sein: "Denn alle in Rede stehenden Impfstoffe zielen nicht nur auf eine Stelle am/im Virus, um es durch Antikörper anzugreifen, die der Körper nach einer Impfung bildet, sondern auf zahlreiche unterschiedliche Stellen der Struktur des Virus."

Mit vereinfachten Worten: Selbst wenn sich die Mutation an einer gewissen Stelle vor Antikörper-Attacken schützen würde, stehen noch reichlich weitere Angriffsflächen zur Verfügung. Es sei also davon auszugehen, dass die Impfstoffe auch hier greifen werden.

In seinem letzten Newsletter vor Weihnachten, wünschte der Innenminister abschließend allen Lesern "frohe und gesegnete Weihnachten, ruhige und friedvolle Feiertage und genügend Zeit für sich selbst. 'Gsund bleim', denn Gesundheit ist auch an Weihnachten das größte Geschenk!"

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

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