Wildcamper belagern Nationalparks: Ranger patrouillieren auch nachts

Grafenau/Berchtesgaden - Im Nationalpark Bayerischer Wald schlagen immer mehr Wildcamper ihr Nachtlager auf.

Wildcamper im Bayerischen Wald. Kaum ein Tag vergeht, an dem die Ranger niemanden erwischen.
Wildcamper im Bayerischen Wald. Kaum ein Tag vergeht, an dem die Ranger niemanden erwischen.  © Nationalparkwacht Bayerischer Wald/dpa

Dabei ist die Übernachtung im Schutzgebiet verboten, um die dort lebenden Tiere nicht zu stören.

"Es vergeht kaum ein Tag, an dem unsere Ranger niemanden erwischen", sagte Franz Leibl, Chef des Nationalparks, am Freitag. Auch im zweiten bayerischen Nationalpark, in den Berchtesgadener Alpen, kennt man das Problem. "Die Verstöße nehmen stetig zu", sagte Sprecherin Carolin Scheiter.

Die einen seien mit Zelten ausgestattet, andere packten ihren Schlafsack in Schutzhütten aus, beklagte Leibl.

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Auch zündeten viele Wildcamper ein Lagerfeuer an. "Das ist nicht nur verboten, sondern aufgrund der Waldbrandgefahr unverantwortlich." Der Nationalpark sei ein "Schutzgebiet und kein Abenteuerspielplatz".

Wie Leibl mitteilte, haben im Nationalpark seltene Tiere wie Luchs, Fischotter, Auerhuhn oder Habichtskauz wieder eine Heimat gefunden.

In den vergangenen Jahren seien immer mehr Wanderer in den Bayerischen Wald gekommen.

Vor allem nachts ein hohes Stresslevel für Tiere und Pflanzen

Mit diesem Anblick aufwachen. Manch romantischer Drang kann nicht in jeder Form umgesetzt werden. (Archiv)
Mit diesem Anblick aufwachen. Manch romantischer Drang kann nicht in jeder Form umgesetzt werden. (Archiv)  © Lino Mirgeler/dpa

Deshalb sei es wichtig, Tiere und Pflanzen zumindest in der Nacht keine Störungen auszusetzen.

"Werden empfindliche Tiere durch grelle Stirnlampen oder laute Geräusche aufgeschreckt, erhöht das deren Stresslevel signifikant und kann äußerst negative Auswirkungen haben", sagte Leibl.

Die Ranger werden deshalb nun auch nachts unterwegs sein, um Wildcamper aufzuspüren. Die Camper müssen dann mit einer Anzeige und einem Bußgeld rechnen.

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Zugleich will die Nationalparkverwaltung aber auch einen Zeltplatz schaffen, auf dem dann offiziell übernachtet werden darf.

Im Nationalpark Berchtesgaden mussten die Ranger im vergangenen Jahr viele Camper und Biwakierer anzeigen, wie Scheiter mitteilte.

Natürlich habe man Verständnis, dass es die Menschen nach den Corona-Einschränkungen hinausziehe, aber die Natur dürfe nicht unter dem Besucheransturm leiden.

Man appelliere an die Menschen, Rücksicht auf die Wildtiere zu nehmen - gerade jetzt in der Zeit der Jungenaufzucht.

Titelfoto: Nationalparkwacht Bayerischer Wald/dpa

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