Kinder sexuell missbraucht: Mehr als sechs Jahre Knast für Ex-Fußballtrainer!

Schweinfurt - Ein ehemaliger Trainer einer Fußballmannschaft aus Unterfranken muss für mehrere Jahre ins Gefängnis. Der 21-Jährige wurde am Montag zu einer Jugendstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt, wie ein Sprecher des Landgerichts Schweinfurt mitteilte. Er habe sich Nacktaufnahmen von jungen Spielern eines Bad Kissinger Fußballvereins beschafft und sich an drei Minderjährigen vergangen.

Der wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern Angeklagte (vorne) wird von zwei Polizisten in den Saal der Stadthalle Schweinfurt geführt (Archivbild).
Der wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern Angeklagte (vorne) wird von zwei Polizisten in den Saal der Stadthalle Schweinfurt geführt (Archivbild).  © Nicolas Armer/dpa

Der Angeklagte soll seine Schützlinge mit einer perfiden Masche gelockt haben: Er gab sich demnach als Mitglied einer Sondereinheit aus, die Kinder aus den Fängen eines russischen Kinderpornografierings befreien wollte.

Diese "Mafia", wie der Angeklagte den Ring bezeichnet haben soll, habe die Handys von Mannschaftsmitgliedern gehackt. Die Kriminellen hätten somit unter anderem das Duschen gefilmt und die Bild- und Videoaufnahmen ins Internet gestellt, habe der Trainer ihnen erzählt.

Er habe vorgegeben, eine Software entwickelt zu haben, mit dem die Nacktbilder und -Videos der Jungen aufgespürt und gelöscht werden könnten. Dafür müssten die betroffenen Mannschaftsmitglieder zum Abgleich intime Aufnahmen an ihn schicken und einen Fragebogen mit Details zum Intimbereich ausfüllen.

Einige Kinder machten laut Anklage die Aufnahmen und leiteten sie in Whatsapp-Chats an den Angeklagten weiter.

Der Angeklagte habe Nacktaufnahmen von neun Kindern im Alter zwischen 11 und 13 Jahren beschafft. Zudem soll er sich das Spiel "Strip-FIFA" ausgedacht haben, bei dem derjenige, der ein Gegentor in dem Computer-Fußballspiel kassiert, ein Kleidungsstück ablegen muss. Bei drei Geschädigten sei es darüber hinaus zu Handlungen mit Körperkontakt gekommen.

Angeklagter gestand Taten

Der ausgebildete Erzieher und Kinderpfleger gestand die Taten, die sich im Zeitraum von Oktober 2017 bis Februar 2020 ereignet haben. Festgenommen wurde der Deutsche im Februar 2020. Eines der Opfer hatte sich seinen Eltern anvertraut - diese erstatteten Strafanzeige. Nach und nach kamen mehr Vorfälle ans Licht. Manche Ermittlungen wurden "wegen Geringfügigkeit" eingestellt.

Schließlich waren es die Eltern von neun Opfern, vor denen sich der Angeklagte verantworten musste. Wegen der intimen Details wurde die Öffentlichkeit bereits nach Verlesen der Anklageschrift von den Verhandlungen ausgeschlossen. Mit dem vollumfänglichen Geständnis des Angeklagten blieb den Kindern eine Aussage vor Gericht erspart.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Jugendstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten. Die Verteidigung plädierte auf sechs Jahre und sechs Monate Jugendstrafe. Der Verein erteilte dem ehemaligen Trainer ein lebenslanges Hausverbot.

Titelfoto: Nicolas Armer/dpa

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