"Ausbremst is!": Hier wehren sich Anwohner gegen den Verkehrsinfarkt

Kochel - Zum dritten Mal in diesem Sommer gehen Anwohner im bayerischen Oberland unter dem Motto "Ausbremst is!" gegen den massiven Ausflugsverkehr auf die Straße. 

Mehrere hundert Menschen, überwiegend Einheimische und Bewohner der Gemeinde Grainau, nehmen an einer Demonstration für eine Verkehrswende im Oberland teil.
Mehrere hundert Menschen, überwiegend Einheimische und Bewohner der Gemeinde Grainau, nehmen an einer Demonstration für eine Verkehrswende im Oberland teil.  © Peter Kneffel/dpa

Am Samstag (10.00 Uhr) wollen sie in Kochel für etwa eine Stunde die Hauptverkehrsroute durch den Ort lahmlegen und für konkrete Lösungen wie Fahrradstreifen, eine dichtere Taktung des ÖPNV und Lärmschutzmaßnahmen demonstrieren.

"Wir wollen vor Ort auf die Verkehrsproblematik aufmerksam machen", heißt es in dem Aufruf auf Facebook

Schon in den Vorjahren sei die Situation angespannt gewesen, hieß es bei den Organisatoren. 

In diesem Corona-Sommer sei die Verkehrssituation noch extremer, da viele den Sommerurlaub hier verbrächten.

Vor zwei Wochen hatten mehrere Hundert Menschen im Zugspitzdorf Grainau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) gegen den Verkehrsinfarkt in ihrer Heimat demonstriert. 

Eine erste "Ausbremst is!"-Aktion hatte es im Juli in Wallgau gegeben. Weitere Demonstrationen sind in Murnau und Garmisch-Partenkirchen geplant.

Update 13.44 Uhr: Demonstranten blockieren Kochel in Oberbayern

Die Demonstration soll sich nicht gegen Touristen, sondern gegen das steigende Verkehrsaufkommen und das wachsende Müllproblem richten, das durch den Tourismus entsteht.
Die Demonstration soll sich nicht gegen Touristen, sondern gegen das steigende Verkehrsaufkommen und das wachsende Müllproblem richten, das durch den Tourismus entsteht.  © Peter Kneffel/dpa

Unter dem Motto "Ausbremst is" blockierten in Kochel am See im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen nach Schätzung des Organisators fast 300 Menschen kurzzeitig die Hauptverkehrsroute durch den Ort.

Kilometerlange Staus blieben wegen des schlechten Wetters aber aus, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte.

Die Demonstranten forderten Lösungen wie etwa Fahrradstreifen, eine dichtere Taktung des ÖPNV und Lärmschutzmaßnahmen. Schon in den Vorjahren sei die Verkehrssituation angespannt gewesen. In diesem Corona-Sommer sei es jedoch noch schlimmer, sagte der Organisator der Demo, Sebastian Salvamoser. 

Viele verbrächten den Sommerurlaub in Bayern. "Es war vorher schon angespannt - jetzt ist es extrem."

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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