"Ungeheure Vorwürfe": Konsequenzen nach Sexismus-Debatte bei Festspielen

Bayreuth - Die Bayreuther Festspiele kündigen nach Sexismus-Vorwürfen Konsequenzen an.

Im Bayreuther Festspielhaus sollen mehre Frauen belästigt und bedrängt worden sein.
Im Bayreuther Festspielhaus sollen mehre Frauen belästigt und bedrängt worden sein.  © Nicolas Armer/dpa

"Das sind ungeheure Vorwürfe", sagte der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Georg von Waldenfels (77), am Samstag.

Es gebe "gar kein Vertun, dass wir mit allem Ernst und aller Unnachgiebigkeit dem nachgehen werden". Der Verwaltungsrat wolle sich in seiner nächsten Sitzung mit dem Thema befassen.

Der Start der Festspiele an diesem Montag wird von Sexismusvorwürfen überschattet und hat nun auch eine #Metoo-Debatte.

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Im "Nordbayerischen Kurier" berichteten Frauen, dass sie auf dem Grünen Hügel angefasst wurden oder sich sexuelle Anzüglichkeiten anhören mussten.

Festspiel-Chefin Katharina Wagner (44) bestätigte, dass auch sie selbst betroffen war: "Sexuelle Anzüglichkeiten und teilweise Übergriffe in gewisser Weise ja", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Ich habe mich aber zu wehren gewusst."

Am Samstag fügte sie hinzu, sie habe "sehr, sehr deutlich gehandelt".

Festspiel-Chefin kann verstehen, warum belästigte Frauen nicht an die Öffentlichkeit gehen

Festspiel-Chefin Katharina Wagner (44) wehrte sich deutlich gegen sexuelle Übergriffe.
Festspiel-Chefin Katharina Wagner (44) wehrte sich deutlich gegen sexuelle Übergriffe.  © Nicolas Armer/dpa

Sie befinde sich als Festspiel-Chefin aber auch in keiner Abhängigkeit. Sie könne verstehen, dass Frauen, die in der Hierarchie nicht so weit oben stünden wie sie, Angst hätten, über Übergriffe zu sprechen. Diese Angst wolle sie den Frauen nehmen. Sie rief sie auf, sich zu melden - auch anonym über einen Briefkasten oder Briefe, die unter ihrer Bürotür hindurchgeschoben werden könnten.

Unabhängig von den Übergriffen waren auch Vorwürfe gegen den früheren Musikdirektor Christian Thielemann (63) bekannt geworden. Er soll sich frauenfeindlich geäußert haben, weil zwei Bassistinnen im Orchester ihm zu viel gewesen seien. Thielemann hatte diese Vorwürfe ebenso zurückgewiesen wie die, er vergreife sich hier und da im Ton.

Waldenfels sagte, er habe Thielemann mit den Vorwürfen ebenfalls konfrontiert. Der habe sich nicht darüber beschwert, dass es zwei Frauen am Bass gab, sondern dass es zwei neue Gesichter gewesen seien und ihm die Zusammensetzung des Orchesters mit vielen neuen Musikern nicht gefallen habe. Mit dem Geschlecht der Bassistinnen habe das nichts zu tun gehabt.

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Auch die beiden Frauen hätten Waldenfels gegenüber angegeben, Thielemann habe sie sehr zuvorkommend behandelt.

Titelfoto: Nicolas Armer/dpa

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