Wiesn-Ersatz trotz steigender Infektionszahlen? Jetzt wird Kritik laut!

München - Angesichts steigender Coronazahlen mehren sich in München kritische Stimmen zu der geplanten "WirthausWiesn".

Die Münchner "Wirtshaus-Wiesn" hat am Samstag offiziell begonnen. (Symbolbild)
Die Münchner "Wirtshaus-Wiesn" hat am Samstag offiziell begonnen. (Symbolbild)  © Armin Weigel/dpa

Dabei wollen Wirte ab Samstag in mehr als 50 Wirthäusern - stets unter Einhaltung der Coronaregeln - mit Wiesnbier, Hendl und Musik als Ersatz für das abgesagte Oktoberfest etwas Volksfeststimmung schaffen.

Auf Twitter gibt es unter anderem Kritik daran, dass nach dem Überschreiten des Signalwert von 50 Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner ältere Schüler am Montag in München mit Maske in der Schule sitzen müssten, am Wochenende aber in den Wirtshäusern gefeiert werde. 

"Die Kinder müssen sich einschränken, die doofe WirtshausWiesn darf stattfinden", schrieb ein Nutzer. Ein anderer fand es "unverantwortlich", die Veranstaltung in der aktuellen Situation nicht abzusagen.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte stets zur strikten Einhaltung der Regeln aufgerufen und betont, es werde engmaschig kontrolliert. Anfang der Woche soll sich ein Krisenstab treffen. Reiter sagte dem Bayerischen Rundfunk: "Ich glaube nicht, dass wir weitergehende Maßnahmen schon am Montag treffen werden. Sondern da müsste schon der Wert entweder deutlicher steigen oder über längere Zeit über 50 bleiben. Das werden wir erst Mitte der nächsten Woche, Ende der nächsten Woche sehen." Dann würden die nächsten Entscheidungen getroffen.

München hatte am Freitag mit 50,7 den Grenzwert überschritten (TAG24 berichtete), ab dem verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen sind. Die Stadt hat als Konsequenz die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen verlängert.

Auch Ärzte haben sich bereits skeptisch geäußert. "Angesichts steigender Zahlen an Neuinfektionen mit Covid-19 sehe ich eine 'Wiesn light' eher skeptisch bis sorgenvoll", sagte der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, Clemens Wendtner vor wenigen Tagen.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

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