Verzweifelter Geburtsversuch: 47-Jährige wird von Kuh attackiert und schwer verletzt

Brannenburg - Im Bereich des Heubergs in Nußdorf am Inn hat eine Kuh mehrere Menschen angegriffen und verletzt.

Eine kalbende Kuh hat im Landkreis Rosenheim drei Personen verletzt. (Symbolbild)
Eine kalbende Kuh hat im Landkreis Rosenheim drei Personen verletzt. (Symbolbild)  © 123rf/backyardphotography

Wie die Polizei in der Nacht auf Samstag mitteilte, kam es gegen 12.10 Uhr zu dem Vorfall.

Ein 83-jähriger Wanderer hatte das Tier bemerkt, das laut Polizeimeldung "verzweifelt versuchte ihr Kalb zu gebären".

Er machte daraufhin eine sehr tiererfahrene 47-jährige Almerin aus Samerberg auf die Situation aufmerksam. Diese hielt sich gerade auf einer naheliegenden Alm auf.

Als sich die beiden dem Tier näherten um zu helfen, erkannte die Kuh darin einen Angriff und ging sofort auf die 47-Jährige los. Als der 63-Jährige der Frau zu Hilfe eilen wollte, wurde er selbst von dem Tier attackiert. Ein weiterer Beteiligter alarmierte den verantwortlichen Bauern. Der 68-jährige Besitzer konnte daraufhin "unter erheblicher Gegenwehr" das Tier von der schwer verletzten Almerin wegjagen.

Auch auf ihn ging das Tier schließlich los, er konnte sich jedoch mit gezielten Stockhieben verteidigen. "Erst als das Kalb von den Beteiligten davongezogen wurde, gab auch die Kuh nach", heißt es in der Pressemeldung. 

Schwerste Kopf- und Oberkörperverletzungen

Mit einem Hubschrauber wurde die 47-Jährige in ein Krankenhaus gebracht. (Symbolbild)
Mit einem Hubschrauber wurde die 47-Jährige in ein Krankenhaus gebracht. (Symbolbild)  © Andreas Rometsch/KS-Images/dpa

"Bedauerlicherweise war der Einsatz der kälbernden Kuh zwecklos, da das Kalb eine Frühgeburt und sehr wahrscheinlich schon während des Geburtsprozess tot war."

Bei dem Vorfall erlitt die 47-Jährige schwerste Kopf- und Oberkörperverletzungen sowie massive Verletzungen an den Beinen.

"Eine akute Lebensgefahr kann derzeit ausgeschlossen werden. Dennoch hatte die 47-jährige Glück im Unglück und hätte auch ohne Weiteres totgetrampelt werden können." Ein Rettungshubschrauber brachte die Frau in ein Krankenhaus.

Dass ein Fehlverhalten zu dem Unfall geführt haben könne, schließt die Polizei nach ersten Erkenntnissen aus. Sowohl der Wanderer, der sich an eine erfahrene Person wandte, als auch die Almerin hätten sich grundsätzlich korrekt verhalten. Dennoch wollte die Kuh ihr Kalb beschützen und griff die Menschen an.

"Dieser Schicksalsschlag sollte jedem Wanderer erneut in Erinnerung rufen, dass es sich bei Kühen um keine Haustiere handelt. Selbst für erfahrene Tierhalter bleiben diese unberechenbar."

Deshalb der eindringliche Appell: "Nähern Sie sich diesen Tieren nur mit Bedacht, gehen Sie ihnen konsequent aus dem Weg und bestaunen Sie sie mit entsprechendem Abstand."

Titelfoto: 123rf/backyardphotography

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