Ohne Einser-Abi in die Medizin: Landarztquote gibt 114 Studierenden eine Chance

München - Die neue Landarztquote in Bayern verschafft 114 Kandidaten - auch ohne Einser-Abitur - die Chance auf einen Medizinstudienplatz. 

Mangelware Arzt: Im ländlichen Bereich werden mehr Arztpraxen benötigt. (Archiv)
Mangelware Arzt: Im ländlichen Bereich werden mehr Arztpraxen benötigt. (Archiv)  © Armin Weigel/dpa

Dafür müssen sie sich per Vertrag verpflichten, mindestens zehn Jahre lang als Hausarzt im ländlichen Raum tätig zu sein. "Das Interesse an unserem Angebot war groß: 685 junge Menschen haben sich fristgerecht beworben", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) laut Mitteilung vom Sonntag. 

Mit der Quote von bis zu 5,8 Prozent aller Medizinstudienplätze in Bayern will die Staatsregierung dem Ärztemangel gerade auf dem Land entgegentreten.

Zu den Auswahlkriterien gehörte unter anderem eine Berufsausbildung in einem Gesundheitsberuf. Eigentlich angesetzte Bewerbungsgespräche waren in diesem ersten Durchlauf wegen der Corona-Krise entfallen.

Am häufigsten vertreten bei den erfolgreichen Bewerbern sind den Angaben zufolge Pflegefachkräfte und Notfallsanitäter. Das Durchschnittsalter liege bei 24 Jahren. 

Auf dem Land droht Unterversorgung an Ärzten

Der Präsident des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, zeigt sich zufrieden. (Archiv)
Der Präsident des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, zeigt sich zufrieden. (Archiv)  © Sven Hoppe/dpa

59 Prozent seien Frauen. 61 Prozent kämen aus Bayern. Sie sollen ab diesem Montag benachrichtigt werden. Ihr Studium beginnt dann mit dem Wintersemester 2020/21.

Der Präsident des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, sagte: "Gerade die Corona-Krise zeigt uns sehr deutlich, wie wichtig eine flächendeckende ärztliche Versorgung ist. Das Interesse am Arztberuf freut mich sehr."

Das Gesetz zur neuen Quote war am 1. Januar 2020 in Kraft getreten. Gerade auf dem Land besteht oder droht mancherorts Unterversorgung an Hausärzten in Wohnortnähe. 

Studienplätze zu reservieren im Gegenzug für eine Verpflichtungserklärung, künftig dort zu arbeiten, ist einer von mehreren Wegen der Politik, die Probleme zu beheben.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

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