"Lebensbedrohend": Obdachlose müssen wegen Corona draußen schlafen

Nürnberg - Die eisigen Temperaturen können für Obdachlose angesichts der Corona-Krise nach Angaben der bayerischen Diakonie lebensbedrohend werden.

Ein Obdachloser schläft vor einem Geschäft. Trotz lebensgefährlicher Kälte finden viele Betroffene in bestehenden Einrichtungen keinen Platz.
Ein Obdachloser schläft vor einem Geschäft. Trotz lebensgefährlicher Kälte finden viele Betroffene in bestehenden Einrichtungen keinen Platz.  © Oliver Berg/dpa

Es fehlten Schlafplätze und Möglichkeiten, sich tagsüber aufzuwärmen, teilte Vorstand Sandra Schuhmann am Dienstag in Nürnberg mit.

Wegen der Hygiene- und Abstandsregeln könnten die bestehenden Einrichtungen weniger Betroffene aufnehmen. Bayerns zweitgrößter Wohlfahrtsverband fordert die Kommunen deshalb auf, Notunterkünfte durchgehend zu öffnen und auch andere Gebäude wie Turnhallen oder leerstehende Hotels zu nutzen.

Nürnberg und Würzburg haben bereits die Quartiere für wohnungslose Menschen ausgeweitet. In Nürnberg nutzen nach Angaben der Stadt etwa 170 Frauen und Männer die Schlafplätze, sodass es noch immer Kapazitäten gebe.

Kein Ladenschluss: So funktioniert der rund um die Uhr geöffnete Supermarkt in Bayern
Bayern Kein Ladenschluss: So funktioniert der rund um die Uhr geöffnete Supermarkt in Bayern

Streetwork-Teams besuchten zurzeit verstärkt die 15 bis 20 Menschen, die keine Notunterkunft nutzen wollten.

Würzburg hat außerdem einen Sicherheitsdienst engagiert, sodass Betroffene die Schlafplätze auch noch während der Nacht aufsuchen und Feldbetten aufgestellt werden könnten.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

Mehr zum Thema Bayern: