Senkung der Mehrwertsteuer hat kaum Effekt, aber Tendenz ist dennoch positiv!

München - Die Mehrwertsteuersenkung soll die Konjunktur anschieben. Zumindest im bayerischen Einzelhandel hat sie bisher keinen großen Effekt. Doch insgesamt geht es langsam aufwärts für die Geschäfte.

Die Lage des Einzelhandels in Bayern wird besser. (Symbolbild)
Die Lage des Einzelhandels in Bayern wird besser. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Am ersten Einkaufswochenende nach der Mehrwertsteuersenkung hat sich wenig getan.

"Wir hatten aber auch nicht erwartet, dass das wie eine Rakete abgeht", sagt der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Bernd Ohlmann. 

Einen spürbaren Schub erwartet er erst ab dem Herbst oder zum Weihnachtsgeschäft ab dem 1. November. Gerade vor den Festtagen machten die Menschen auch größere Anschaffungen, bei denen sich die Mehrwertsteuersenkung merkbar auswirke.

Insgesamt sieht Ohlmann allerdings eine langsame Verbesserung der Lage für den bayerischen Handel. "Umsatz und Frequenz liegen noch ein Drittel unter Normal", führt er weiter aus. "Das ist aber ein Durchschnittswert! Einigen Geschäften geht es besser, manchen aber auch schlechter." 

Anfang Mai, kurz nach der kompletten Wiederöffnung der Geschäfte, hatte der Handelsverband Umsatz und Frequenz noch in etwa auf die Hälfte des Normalzustands geschätzt. 

Möglicherweise würden sich die Menschen im Zuge der Coronavirus-Krise immer mehr an das Einkaufen mit Maske gewöhnen, sagte Ohlmann zur sukzessiven Verbesserung.

Coronavirus-Krise: Stimmung im Handel hellt sich langsam auf

Insgesamt helle sich die Stimmung im Handel langsam auf - doch über so manchem Geschäft kreise noch der Pleitegeier. 

Gerade im Textileinzelhandel gebe es hohen Lagerdruck und entsprechend hohe Rabatte, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands. "30, 40 Prozent oder mehr sind keine Seltenheit." 

Das sei gut für die Schnäppchenjäger, doch den Geschäften fehle die Marge. Wie es jetzt weitergehe werde - gerade im Textileinzelhandel - nun auch vom Wetter abhängen. 

Sommermode werde nun einmal vor allem dann gekauft, wenn das Wetter gut sei.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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