Mordversuche in Klinik: Hat Pfleger Patienten ausgenutzt, um zum "Helden" zu werden?

München - Ein wegen drei Mordversuchen verdächtiger Münchner Krankenpfleger könnte nach ersten Erkenntnissen aus niedrigen Beweggründen gehandelt haben. 

Ein Münchner Krankenpfleger steht im Verdacht, Patienten bewusst in schlechten Gesundheitszustand gebracht zu haben. (Symbolbild)
Ein Münchner Krankenpfleger steht im Verdacht, Patienten bewusst in schlechten Gesundheitszustand gebracht zu haben. (Symbolbild)  © Stephanie Pilick/dpa

Er war laut Polizei für die Überwachung von nicht mehr intensivpflichtigen Patienten in einem Wachraum zuständig.

Aus Chatverläufen gehe hervor, dass er sich offenbar als Lebensretter habe darstellen wollen, sagte der Leiter der Münchner Mordkommission, Josef Wimmer, am Mittwoch in München

Dazu habe er die drei Patienten bewusst in einen schlechten Gesundheitszustand gebracht, um bei der anschließenden Reanimation gegenüber seinen Kollegen und Anderen glänzen zu können. Er habe zeigen wollen, "ich bin ein Pfleger mit Herz und Leidenschaft".

Ein aufmerksamer Oberarzt veranlasste nach auffälligen Vorfällen bei den Patienten Blutuntersuchungen und stellte fest, dass hohe Dosen nicht verordneter Medikamente verabreicht wurden. In lebensgefährlicher Höhe.

Ob es wirklich so war, war zunächst allerdings unklar. "Einer der geschädigten Patienten befindet sich nach wie vor in einem kritischen, aber stabilen Gesundheitszustand", teilte die Münchner Polizei am Mittwoch mit.

Der 24-Jährige, gegen den am Dienstag ein Haftbefehl erlassen wurde, ist von Beamte der Mordkommission zum Tatvorwurf vernommen worden. In der Vernehmung bestritt er sämtliche Vorwürfe. "In enger Kooperation mit dem zuständigen Krankenhaus wird der gesamte Beschäftigungszeitraum des Tatverdächtigen in Hinblick auf mögliche weitere Opfer oder Auffälligkeiten untersucht werden", so die Polizei.

Titelfoto: Stephanie Pilick/dpa

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