Unterschiedliche Corona-Angaben sorgen in München für Ärger und Verunsicherung

München - Die teils großen Unterschiede zwischen den Corona-Werten des Robert-Koch-Institutes (RKI) und des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sorgen in Bayern für Ärger und Verunsicherung.

Passanten gehen über den Marienplatz in der Münchner Innenstadt. Seit der erhöhten Inzidenzwerte gilt hier eine Maskenpflicht.
Passanten gehen über den Marienplatz in der Münchner Innenstadt. Seit der erhöhten Inzidenzwerte gilt hier eine Maskenpflicht.  © Peter Kneffel/dpa

"Wir verfolgen die veröffentlichten Werte schon eine ganze Zeit und niemand versteht die Unterschiede", sagte am Donnerstag etwa Wolfgang Fischer, Geschäftsführer der Unternehmerinitiative CityPartnerMünchen.

Da die Auswirkungen auf Handel und Gastronomie erheblich seien, wachse die Verärgerung. Auch bei Eltern von Schulkindern sorgen die Zahlen für Unsicherheit, da bei hohen Werten Schulschließungen drohen können.

Hintergrund für den Ärger ist der von RKI und LGL täglich veröffentlichte Inzidenz-Wert, der besagt, wie viele Neuansteckungen es pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen in einer Stadt oder einem Landkreis gegeben hat. 

So hatte in den vergangenen Tagen etwa für München das RKI meist Werte unterhalb des Grenzwertes von 50 angegeben, wogegen die LGL-Werte deutlich darüber lagen. 

Verwirrung über Inzidenzwert in München: Sind die Zahlen gar nicht so hoch?

Beispiel 19. September: Während das RKI einen Inzidenzwert von 45,7 meldete, lag er beim LGL bei 54,16. Am 23. September meldete das RKI einen Wert von 44,7, das LGL dagegen einen Wert von 51,04. Dass es auch ohne Unterschiede geht, zeigte sich am Donnerstag (24. September), als RKI und LGL der Landeshauptstadt eine Inzidenz von 45,1 attestierten - also wieder unter der kritischen Marke von 50.

Der Inzidenzwert ist schon seit Monaten für Experten ein wichtiger Indikator zur Beurteilung des Krankheitsgeschehens.

Aktuell ist er aber von ganz besonderem Interesse, weil das Kabinett ihn in dieser Woche als Maßstab für den Erlass oder zumindest die Prüfung von Beschränkungen definiert hat, welche die Kommunen zur Reduzierung der Infektionszahlen einleiten sollen. 

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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