Mutmaßliche Querdenker-Schule wohl nach Reichsbürger-Vorbild gegründet

Rosenheim - Wegen des Betriebs einer illegalen Schule mit mutmaßlichem Querdenker-Hintergrund im Landkreis Oberbayern wird gegen die Betreiberin, eine Stiftung, ein Ordnungswidrigkeitenverfahren geprüft.

Auf einem Hof in Schechen wurde eine illegale Schule von den Behörden geschlossen.
Auf einem Hof in Schechen wurde eine illegale Schule von den Behörden geschlossen.  © Bildmontage: Peter Kneffel/dpa, Polizeipräsidium Oberbayern Nord/dpa, Angelika Warmuth/dpa

Das sagte der Sprecher der Regierung von Oberbayern, Wolfgang Rupp, am Freitag.

Die Regierung von Oberbayern ist die zuständige Schulaufsichtsbehörde. Ob gegen die Leiterin der Schule, eine Lehrerin, oder andere Personen wie etwa Eltern ein Verfahren eingeleitet werden solle, ließ Rupp unter Verweis auf den Datenschutz offen.

Die Leiterin der illegalen Schule sei verbeamtete Lehrerin einer Grund- und Mittelschule im Raum Oberbayern gewesen, sagte Rupp weiter.

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Sie habe sich seit Längerem im Krankenstand befunden. Rupp äußerte sich ebenfalls unter Verweis auf Datenschutz auch nicht dazu, ob nun disziplinarisch gegen die Frau vorgegangen werde. Die Schule war von den Behörden am Mittwoch geschlossen worden (TAG24 berichtete).

Die Frau berufe sich darauf, dass die Schule auf einem alten Bauernhof in Schechen von einer Stiftung nach russischem Recht getragen werde und deshalb russischem Recht unterliege, sagte der Sprecher weiter.

Ein Schild mit der Aufschrift "Stiftung Freiheit braucht Mut - Ort der ganzheitlichen Begegnung" hängt vor einem Gebäude am Ortsrand von Schechen.
Ein Schild mit der Aufschrift "Stiftung Freiheit braucht Mut - Ort der ganzheitlichen Begegnung" hängt vor einem Gebäude am Ortsrand von Schechen.  © Peter Kneffel/dpa

Es sei ein "reichsbürgertypisches Denkmuster" erkennbar – auch wenn Rupp die Schule nicht direkt Reichsbürgern zuordnete.

Immerhin hielten sich die Betreiber nach dem Einschreiten der Behörden an die deutschen Gesetze: Seit Mittwoch sei niemand mehr zum Unterricht gekommen, auch nicht am Freitag, sagte Rupp.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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