Nach 30 Jahren: "SOKO 1990" will rechten Brandanschlag auf türkische Familien aufklären

Kempten/München - Nach 30 Jahren und mit neuen Verfahrenstechniken will man nun einen Brandanschlag auf türkische Familien von 1990 aufklären. Damals war ein 5-jähriges Kind ums Leben gekommen.

Bei dem rechtsextremistischen Anschlag im November 1990 kam ein Kind um Leben. (Symbolbild)
Bei dem rechtsextremistischen Anschlag im November 1990 kam ein Kind um Leben. (Symbolbild)  © Marcel Kusch/dpa

In einer gemeinsamen Presseerklärung der Generalstaatsanwaltschaft München und des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West wurde die Wiederaufnahme der kriminalpolizeilichen Ermittlungen wegen Mordes durch die "SOKO 1990" bekannt gegeben.

"Die damaligen kriminalpolizeilichen Ermittlungen wegen Brandstiftung mit Todesfolge führten nicht zur Aufklärung der Tat. Auch ein Bekennerschreiben mit rechtsextremen Inhalten war Gegenstand der damaligen Ermittlungen", wird in dem Schreiben zusammengefasst und auf das Tätigkeitsfeld der Sonderkommission verwiesen.

"Diese nahm diese Woche ihre Ermittlungen auf und versucht unter Verwendung moderner Ermittlungshilfsmittel die Tat aufzuklären. In diesem Zusammenhang prüft die Sonderkommission auch Zusammenhänge mit weiteren Brandverfahren aus dieser Zeit."

Bei dem Brandanschlag in der Nacht des 17. November 1990 hatten sich die türkischen Familien größtenteils nur durch Sprünge aus den Fenstern vor dem Inferno retten können.

Ein fünfjähriger Junge konnte zwar durch die Feuerwehr geborgen werden, war jedoch kurz darauf in einem Krankenhaus verstorben.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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