"Ja spinnts ihr?" Nationalpark Berchtesgaden wehrt sich gegen Foto-Tourismus

Berchtesgaden - Posieren in den natürlichen Pools des Königsbach-Wasserfalls über dem Königssee: Dieser durchaus mitunter gar lebensgefährliche Trend bringt viele Likes in den sozialen Netzwerken. Auf Instagram hat der Nationalpark Berchtesgaden aus diesem Grund jetzt versucht, den vielen Menschen ins Gewissen zu reden.

Die Natur muss geschützt werden. (Symbolbild)
Die Natur muss geschützt werden. (Symbolbild)  © Tobias Hase/dpa

Eine Influencerin, die auf Instagram über 1,2 Millionen Follower hat, postete am Freitag ein Foto beim Baden in einem der entsprechenden Pools. 

In den sozialen Netzwerken finden sich unzählige Fotos in diesen Becken. Was aber kaum jemand beachtet: Ein Ausflug an diesen Foto-Hotspot kann letztlich fatale Konsequenzen nach sich ziehen.

Im April des zurückliegenden Jahres sind zwei Männer aus Sachsen in einer dieser sogenannten Gumpen durch die Strömung und das starke Schmelzwasser getötet worden.

Der Nationalpark Berchtesgaden wird nun ebenfalls auf der Plattform aktiv: "Auch wir haben einen Instagram-Kanal gelauncht, einer der Auslöser war die zunehmende Selfie-Sucht in unserem Schutzgebiet", ist zu lesen. "Unsere Postings verbinden wir mit viel Wissenswertem über die einzigartige Nationalpark-Natur."

Die Verantwortlichen baten die Influencerin, das Posting zu löschen, um noch mehr Nachahmer, die in Gefahr geraten, zu vermeiden: "Es hat im Pool bereits Tote gegeben. Die Natur wird aufgrund der Posts auf Instagram zerstört". Weiter ermahnten sie, welche Folgen der Foto-Tourismus für die so wertvolle Natur hat: "Die Ufervegetation ist bereits komplett zertreten, Berge von Müll werden hinterlassen und illegale Lagerfeuer gemacht. Unbelehrbare campieren im Schutzgebiet, hinterlassen sogar ihre Billig-Zelte und Schlafsäcke".

Nationalpark Berchtesgaden: Influencer kommt wichtige Rolle zu

Einher ging der ins Netz gestellte Beitrag darüber hinaus mit einer weiteren eindringlichen Bitte.

"An alle Influencer: Mit Euren teilweise enormen Reichweiten habt Ihr viel Einfluss auf viele Menschen. Seid Euch bewusst, dass ihr durch solche Postings die Natur zerstört. Campieren, Lagerfeuer, Müll, Drohnenflüge - das ist alles im Nationalpark verboten. Warum? Weil Tiere gestört werden und die Pflanzenwelt leidet", lautet der Appell. 

Es gehe deshalb darum, "verantwortungsvoll mit Euren Mitmenschen und unserer einzigartigen Natur. Löscht Eure Posts und stellt keine neuen ins Netz. Verzichtet auf Wegbeschreibungen."

Titelfoto: Montage: Tobias Hase/dpa, Screenshot/Instagram Nationalpark Berchtesgaden

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