Nürnberg ruft Katastrophenfall aus: 15.000 Menschen bei Minusgraden ohne Heizung und Warmwasser!

Nürnberg - Nach dem Brand in einem Nürnberger Großkraftwerk gibt es in einzelnen Stadtteilen Probleme mit der Fernwärme.

Rauchwolken stehen über einem Kraftwerk des Versorgers Uniper. Über das Ausmaß des Unglücks konnte ein Sprecher der Nürnberger Feuerwehr zunächst keine Angaben machen.
Rauchwolken stehen über einem Kraftwerk des Versorgers Uniper. Über das Ausmaß des Unglücks konnte ein Sprecher der Nürnberger Feuerwehr zunächst keine Angaben machen.  © Bauernfeind/News5/dpa

Das Kraftwerk sei vorübergehend außer Betrieb genommen worden, teilte der Energieversorger N-Ergie am Dienstagmorgen in Nürnberg mit.

Die Wärmezufuhr für einzelne Abnehmer müsse vorübergehend gedrosselt werden. Betroffen seien die Stadtteile Röthenbach und Gebersdorf.

Zudem bittet der Versorger alle Kunden am Nürnberger Fernwärmenetz, trotz der niedrigen Außentemperaturen, den Heizungs- und Warmwasserbedarf auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Das könne helfen, den Engpass zu begrenzen.

Die Ursache des Brandes in dem Großkraftwerk des Betreibers Uniper am frühen Montagabend ist nach wie vor unklar, teilte die Feuerwehr mit. Die Größe des entstandenen Schadens könne noch nicht beziffert werden. Verletzte gab es nach bisherigen Angaben nicht.

Das Feuer war im Erdgeschoss des Kraftwerksblocks I ausgebrochen und hatte sich den Angaben nach bis auf eine Höhe von 80 Metern ausgebreitet. Nach knapp drei Stunden sei der Brand gegen 20 Uhr gelöscht gewesen.

Im Einsatz waren insgesamt rund 120 Feuerwehrleute. Das Kraftwerk wird den Angaben nach vor allem mit Gas und bei Bedarf auch mit Öl betrieben.

Update 9.20 Uhr: Nürnberg ruft Katastrophenfall aus

Nach dem Brand in einem Nürnberger Großkraftwerk hat die Stadt den Katastrophenfall ausgerufen.

Die Fernwärmeversorgung ist in den Stadtteilen Gebersdorf und Röthenbach beeinträchtigt. In diesen gebe es 1150 Anschlusspunkte für Fernwärme, teilte die Stadt mit. Betroffen seien neben Haushalten unter anderem auch große Betriebe, eine Klinik, Schulen, ein Einkaufszentrum sowie zwei Alten- und Pflegeeinrichtungen.

Stadt und Energieversorger N-Ergie haben Krisenstäbe eingerichtet. In Nürnberg herrschen derzeit winterliche Temperaturen mit Minusgraden.

Update 12 Uhr: 15.000 Menschen vom Ausfall in Nürnberg betroffen

Außenansicht des Großkraftwerks im Nürnberger Stadtteil Gerbersdorf am Morgen nach einem Brand.
Außenansicht des Großkraftwerks im Nürnberger Stadtteil Gerbersdorf am Morgen nach einem Brand.  © Daniel Karmann/dpa

Etwa 15.000 Menschen sind in Nürnberg bei Minusgraden von dem Ausfall eines Großkraftwerks nach einem Brand betroffen.

"Wir gehen momentan nicht davon aus, dass die Heizungen komplett ausfallen", sagte ein Sprecher von N-Ergie.

"Es wird aber spürbar kälter in den Häusern werden." In den Stadtteilen Gebersdorf und Röthenbach gibt es der Stadt zufolge 1150 Anschlusspunkte für Fernwärme. Betroffen seien neben Haushalten auch große Betriebe, eine Klinik, Schulen, ein Einkaufszentrum sowie zwei Alten- und Pflegeheime.

Stadt und Energieversorger haben Krisenstäbe eingerichtet. N-Ergie bittet die Fernwärme-Kunden in den betroffenen Stadtteilen sparsam zu heizen. Die Versorgung könne bei der Kälte nicht von dem Heizkraftwerk im Stadtteil Sandreuth aufgefangen werden, sagte der Sprecher. "Bei den Temperaturen ist das kritisch."

Der Deutsche Wetterdienst sagt für die kommenden Tage nächtliche Tiefstwerte bis zu minus 13 Grad voraus. Der Versorger N-Ergie produziert nach eigenen Angaben in ihren Heizkraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung Fernwärme, die über gedämmte Leitungen in die Gebäude gelangt.

Der Brand war nach Angaben der Feuerwehr im Kesselhaus des Kraftwerksblocks I ausgebrochen und hatte sich bis auf eine Höhe von 80 Metern ausgebreitet. 120 Einsatzkräfte - darunter auch die Höhenrettung - kämpften drei Stunden lang gegen die Flammen.

Brandermittler der Kriminalpolizei sollen in den nächsten Tagen nach der Ursache für das Feuer suchen. "Das wird frühestens morgen sein", sagte ein Polizeisprecher.

Zuvor müssten alle Glutnester gelöscht und das Gebäude abgekühlt sein. Außerdem sollten Fachleute die Statik überprüfen. Die Ermittlungen werden voraussichtlich einige Tage dauern.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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