Corona-Leugner wollen Demo als "Gottesdienst" tarnen: Kirche schreitet ein

Nürnberg - Nach dem Verbot von Versammlungen gegen die aktuellen Corona-Beschränkungen in Nürnberg ist für Sonntag in den sozialen Netzwerken zu einem Gottesdienst vor der Lorenzkirche aufgerufen worden.

Eine Teilnehmerin einer Demonstration gegen die Anti-Corona-Maßnahmen steht im Mai 2020 auf der Theresienwiese und hält ein Schild mit der Aufschrift "Freiheit / Fake Pandemie" in den Händen.
Eine Teilnehmerin einer Demonstration gegen die Anti-Corona-Maßnahmen steht im Mai 2020 auf der Theresienwiese und hält ein Schild mit der Aufschrift "Freiheit / Fake Pandemie" in den Händen.  © Sven Hoppe/dpa

Polizei und Stadt wiesen darauf hin, dass auch ein solches Treffen verboten ist. Das Evangelisch-Lutherische Dekanat Nürnberg und die Katholische Stadtkirche distanzierten sich von dem Aufruf und teilten mit, die geplante Demonstration habe nichts mit den liturgischen Feiern in den Kirchen zu tun.

"Die Initiatoren dieser Veranstaltung wollen damit wohl einen Ersatz für die verbotene Demonstration schaffen", erklärten die Kirchen in einer gemeinsamen Mitteilung.

Auf Twitter bat das Evangelisch-Luterische Dekanat Nürnberg die Menschen, zu Hause zu bleiben und nicht zu der Versammlung vor der Lorenzkirche zu kommen.

Ein Sprecher der Polizei Mittelfranken sagte am Samstag, alle Veranstaltungen gegen die Corona-Beschränkungen am Sonntag seien verboten.

Auch Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König wies per Twitter auf das Verbot hin, ein "Spontangottesdienst" sei nicht zulässig.

Die Stadt Nürnberg hatte am Mittwoch drei Veranstaltungen aus dem Umfeld von Gegnern der Corona-Maßnahmen abgesagt. Grund dafür sei, dass zu erwarten ist, dass die Auflagen missachtet und Abstandregeln nicht eingehalten werden, hieß es.

Öffentliche "Spontangottesdienste" nicht zulässig

Eine vierte angekündigte Versammlung wurde von den Veranstaltern zurückgezogen. Die vier Veranstaltungen sollten am Sonntagnachmittag zeitgleich am Hauptmarkt, an der Kreuzung Kornmarkt / Straße der Menschenrechte, an der Lorenzkirche und am Frauentorgraben stattfinden.

Im November hatten in München bei einer zum Gottesdienst erklärten Versammlung auf der Theresienwiese fast 2000 Menschen gegen den Teil-Lockdown protestiert. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte danach strenge Kontrollen angekündigt.

"In Zukunft werden Polizei und Versammlungsbehörden solche Ablenkungsmanöver von Beginn an unterbinden", sagte Herrmann der "Bild"-Zeitung im November.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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