Fast zwei Drittel blieben zu Hause: "Querdenken"-Demo deutlich kleiner als angekündigt

Nürnberg - Zu einer "Querdenken"-Demonstration in Nürnberg sind am Samstag deutlich weniger Teilnehmer gekommen als von den Organisatoren angekündigt. Nach Angaben der Polizei kamen rund 1200 Demonstranten zu der Kundgebung.

Von den angekündigten 3500 Teilnehmern kam am Ende nur gut ein Drittel.
Von den angekündigten 3500 Teilnehmern kam am Ende nur gut ein Drittel.  © --/dpa

Für die Demo waren 3500 Teilnehmer angekündigt gewesen. Zu einer Gegendemonstration seien etwa 300 Teilnehmer auf den Nürnberger Volksfestplatz gekommen, sagte ein Polizeisprecher.

Auch die Veranstalter zeigten sich von dem geringeren Zuspruch enttäuscht. Man bekomme derzeit nicht genügend Menschen auf die Straße, sagte einer der Redner.

Er kündigte einen Strategiewechsel an, der in Vorbereitung sei. Es werde deshalb vermutlich in den kommenden Monaten weniger "Querdenker"-Demos geben.

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Um die Veranstaltung hatte es die vergangenen Tage ein juristisches Tauziehen gegeben. Nachdem die Stadt Nürnberg die "Querdenken"-Versammlung verboten hatte, zogen die Organisatoren zunächst vor das Verwaltungsgericht im mittelfränkischen Ansbach.

Dort wurde eine stationäre Demonstration ohne Protestzug auf dem Festplatz genehmigt, die Teilnehmerzahl wurde von den Richtern genehmigt.

Ermittlungen wegen Beleidigung und Volksverhetzung

Nachdem die Stadt ihrerseits gegen die Entscheidung vorging, bestätigte am Freitagabend der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München in dem Eilverfahren die Genehmigung der Kundgebung.

Die Nürnberger "Querdenken"-Gruppe wollte mit der Versammlung an ihre erste Demo vor fast genau einem Jahr erinnern. Die Gegendemonstranten hatten sich zunächst in einem Nürnberger Park getroffen, um dann eine Fahrradtour zu dem Volksfestplatz zu unternehmen. Dort veranstalteten auch sie eine Kundgebung.

Laut Polizei verliefen beide Versammlungen weitgehend ruhig. Nur in einzelnen Fällen gab es Ermittlungsverfahren beispielsweise wegen Beleidigungsdelikten oder Volksverhetzung.

Die Polizei war mit mehreren Hundert Beamten vor Ort.

Titelfoto: --/dpa

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