Aus traurigem Anlass: Benedikt XVI. erstmals seit Rücktritt in Deutschland

Rom/Regensburg - Der emeritierte Papst Benedikt XVI. ist das erste Mal seit seinem Rücktritt vor mehr als sieben Jahren nach Deutschland zurückgekehrt. Der gebürtige Bayer besuche in Regensburg seinen kranken Bruder Georg Ratzinger, sagte Vatikan-Sprecher Matteo Bruni am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. (l) und sein Bruder Georg Ratzinger im Jahr 2017.
Der emeritierte Papst Benedikt XVI. (l) und sein Bruder Georg Ratzinger im Jahr 2017.  © Lena Klimkeit/dpa

Es ist das erste Mal seit dem Rücktritt im Jahr 2013, dass der mittlerweile 93 Jahre alte Benedikt den Vatikan verlässt - abgesehen von einem Abstecher zur Sommerresidenz nach Castelgandolfo bei Rom. Er bleibe so lange "wie notwendig" in Bayern, sagte Bruni.

Das letzte Mal als Pontifex war Benedikt 2011 in Deutschland. Zu seinem 96 Jahre alten Bruder Georg hat er ein sehr enges Verhältnis. "Es ist vielleicht das letzte Mal, dass sich die beiden Brüder, Georg und Josef Ratzinger, in dieser Welt sehen", erklärte Clemens Neck, Sprecher des Bistums Regensburg. Georg sei "schwer krank", die Begegnung sei ein "Herzenswusch der beiden hochbetagten Brüder" und solle privat bleiben. 

Der Papst emeritus sei am Donnerstagvormittag in München gelandet. Dort habe ihn Bischof Rudolf Voderholzer auf der Weiterfahrt nach Regensburg begleitet. Benedikt wohne im Priesterseminar.

Benedikt selbst ist körperlich schwach, aber nach Aussagen seines Privatsekretärs Georg Gänswein geistig noch fit. Er lebt zurückgezogen hinter Vatikan-Mauern in einem Kloster.

Papst-Sprecher Bruni erklärte, neben Gänswein seien Benedikts Arzt, eine Krankenschwester und der Vize-Chef der vatikanischen Gendarmerie nach Deutschland aufgebrochen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, erklärte zu dem Besuch Benedikts: "Wir freuen uns, dass er (...) in die Heimat gekommen ist, wenngleich der Anlass ein trauriger ist." Der emeritierte Papst wolle seinem Bruder nahe sein, dessen Gesundheitszustand sich verschlechtert habe.

Titelfoto: Lena Klimkeit/dpa

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