Wahnvorstellungen: Mann schießt Zufallsopfern mit Pfeilen in Oberkörper und Gesicht

Nordendorf - Offenbar unter Wahnvorstellungen attackierte ein heute 35-jähriger Mann Ende August 2019 im Landkreis Augsburg zwei Passanten und attackierte diese schwer. 

Ein Lkw-Fahrer, der sich neben seinem Fahrzeug aufhielt, wurde im Oberkörper getroffen und schwer verletzt. (Archiv)
Ein Lkw-Fahrer, der sich neben seinem Fahrzeug aufhielt, wurde im Oberkörper getroffen und schwer verletzt. (Archiv)  © Marcus Merk/dpa

Der Täter war, wie die dpa mitteilt, davon überzeugt, dass diese beiden Personen zu einem Rockerclub gehörten: "Der Schütze glaubte, von den Rockern verfolgt zu werden", heißt es in der Pressemeldung.

Tatsächlich waren diese beiden Männer im Alter von 39 und 47 Jahren zufällig ausgewählte Opfer, die sich gerade in der Raiffeisenstraße in Nordendorf - und damit vor dem Anwesen des Schützen - aufhielten. Anwohner brachten die Verletzten daraufhin aus der Schussbahn des Täters und alarmierten die Polizei. Diese konnten später den Schützen bei seinem Wohnanwesen überwältigen und festnehmen.

"Beim 47-jährigen Geschädigten handelt es sich um einen polnischen Lkw-Fahrer", hieß es in einer Polizeimeldung. Der Mann war gerade außerhalb seines Fahrzeuges, als er durch einen Pfeil im Oberkörper getroffen und schwer verletzt wurde.

"Ebenso stand der 39-jährige deutsche Geschädigte zufällig außerhalb seines Kleintransporters im Einwirkungsbereich des Täters, als dieser auf ihn schoss", teilte die Polizei weiter mit. Laut dpa-Informationen wurde dieser "von einem Pfeil im Unterkiefer getroffen und wird voraussichtlich lebenslange Folgeschäden haben." Die Polizei bestätigte schwere Gesichtsverletzungen.

Beide Männer wurden in Augsburg per Hubschrauber beziehungsweise Krankenwagen jeweils in eine Klinik gebracht und mussten notoperiert werden.

Das Urteil war sofort rechtskräftig

Eines der Opfer musste mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert werden. (Symbolbild)
Eines der Opfer musste mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert werden. (Symbolbild)  © 123rf/Roman Babakin

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Augsburg wurde der Schütze damals einem Ermittlungsrichter zur Entscheidung über den Erlass eines Haftbefehls vorgeführt. Der Vorwurf: versuchter Mord in zwei Fällen. Dieser Vorwurf wurde inzwischen vor Gericht abgeändert.

Nun kam es - knapp ein Jahr später - zu einer Entscheidung: "Das Gericht stellte am Donnerstag fest, dass die Tat an sich als versuchter Totschlag in zwei Fällen zu werten sei, der Angeklagte aber wegen einer Wahnstörung nicht dafür verantwortlich gemacht werden könne", heißt es in einer dpa-Meldung.

Allerdings bliebe zu befürchten, dass ähnlich schwere Taten von dem 35-jährigen Mann verübt werden könnten. Aus diesem Grund bliebe der Schütze auf unbestimmte Zeit weiter zur Behandlung in einem Bezirksklinikum. Der Angeklagte akzeptierte das Urteil, es wurde sofort rechtskräftig.

"Bei der Abschusseinrichtung handelt es sich um ein gewehrähnliches, auf Druckluft basierendes Abschussgerät für Pfeile", teilten die Beamten mit.

Titelfoto: Marcus Merk/dpa

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