Pflegenotstand in der Pandemie: Bayern sucht händeringend Freiwillige

München - Gut zwei Jahre nach Pandemiebeginn und mitten in der fünften Corona-Welle werden in Bayern händeringend Pflegekräfte gesucht.

Klaus Holetschek (57, CSU), Gesundheitsminister in Bayern.
Klaus Holetschek (57, CSU), Gesundheitsminister in Bayern.  © Tobias Hase/dpa

"Ich appelliere daher - gerade auch mit Blick auf die Omikron-Virusvariante - an alle Pflegekräfte, die aktuell nicht in diesem Beruf arbeiten und keiner Risikogruppe angehören: Engagieren Sie sich im 'Pflegepool Bayern'", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (57, CSU) am Sonntag in München.

"Wir müssen gemeinsam solidarisch alles dafür tun, unser Gesundheitssystem vor einem Kollaps zu schützen."

Seit dem 11. November 2021, als erneut der Katastrophenfall im Freistaat ausgerufen wurde, hätten sich bisher 480 neue Freiwillige gemeldet. Insgesamt hätten sich in der Pandemie mehr als 4100 Menschen bereiterklärt, in Heimen und Krankenhäusern auszuhelfen.

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"Gerade angesichts der schnell auf uns zu rollenden Omikron-Welle erwarten wir erneut äußerst kritische Situationen, in denen die Freiwilligen einen unschätzbar wichtigen Beitrag leisten können", sagte der Präsident der Vereinigung der Pflegenden in Bayern, Georg Sigl-Lehner.

Freiwillige können sich über die Plattform www.pflegepool-bayern.de melden. Gesucht werden Menschen, die etwa aus dem Beruf ausgeschieden sind oder früher einmal im Gesundheitswesen tätig waren - neben Pflegefachkräften etwa medizinisch-technische Assistentinnen und Assistenten, Notfallsanitäter oder auch Hebammen. Wer mitmacht, soll Freistellungs-, Lohn-, Fahrt- und Verdienstfortzahlungsansprüche bekommen.

Titelfoto: Tobias Hase/dpa

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