Missbrauch in einer "höllischen Einrichtung": Was ist im Piusheim nur geschehen?

Baiern/München - Nach Bekanntwerden massiver Missbrauchsvorwürfe gegen das ehemalige katholische Piusheim in Baiern bei München melden sich inzwischen immer mehr Betroffene zu Wort. 

Nach Bekanntwerden massiver Missbrauchsvorwürfe gegen das Piusheim in Baiern melden sich immer mehr Betroffene zu Wort.
Nach Bekanntwerden massiver Missbrauchsvorwürfe gegen das Piusheim in Baiern melden sich immer mehr Betroffene zu Wort.  © Steffen Heinemann/dpa

"Es haben sich beim 'Eckigen Tisch' bis jetzt sieben Betroffene und Zeitzeugen gemeldet, offenbar aufgewühlt von der Nennung der Einrichtung kam die Erinnerung wieder. So schnell und in dem Umfang habe ich das nicht erwartet", sagte der zuständige Sprecher der Opfer-Initiative "Eckiger Tisch", Matthias Katsch, am Montag im Freistaat. 

"Nach den Schilderungen, die mich erreichen, war das eine höllische Einrichtung", führte er aus.

Die Vorwürfe gegen das ehemalige Heim, in dem bis 2006 schwer erziehbare Jungen im Alter zwischen sechs und 18 Jahren betreut wurden, waren am Sonntag öffentlich geworden. 

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft München II Vorermittlungen eingeleitet, nachdem ein heute 56 Jahre alter Mann, der selbst wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht steht, berichtet hatte, er sei in seiner Zeit im Piusheim von mehreren Männern missbraucht worden. 

Er sprach auch von Prostitution.

Missbrauchsvorwürfe in Piusheim: Folgt endlich die Einsetzung einer Untersuchungskommission?

Katsch forderte das Erzbistum München und Freising auf, den Vorwürfen nachzugehen und sich vor allem um die mutmaßlichen Opfer zu kümmern. 

"Wir hoffen jetzt auf die baldige Einsetzung einer Untersuchungskommission, die die Vorwürfe untersucht und die Meldungen aufnimmt", sagte er.

Titelfoto: Steffen Heinemann/dpa

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