VW-Bus rammt Polizeiauto: Drei Verletzte und ein rabiater Gaffer

Fürth - Am Montagnachmittag kam es in der Fürther Innenstadt zu einem schweren Verkehrsunfall mit einem Polizeiauto, dass gerade auf einer Einsatzfahrt unterwegs war.

Der VW-Bus ist bei dem Unfall mit dem Polizeiauto zur Seite gekippt.
Der VW-Bus ist bei dem Unfall mit dem Polizeiauto zur Seite gekippt.  © News5 / Oswald

Nach ersten Ermittlungen der Beamten waren am Fahrzeug sowohl Blaulicht als auch Martinshorn eingeschaltet. Unterwegs waren die Polizisten in die Südstadt, wo eine Frau ersten Meldungen zufolge von einem Mann geschlagen worden sein sollte.

An der Kreuzung Schwabacher Straße und Theresienstraße kam es dann plötzlich zu dem Crash mit einem VW-Bus. "Durch die Wucht des Aufpralls kippte der VW-Bus auf die Seite und kam auf der Fahrerseite zum Liegen", heißt es vonseiten der Polizei. "Der 62-jährige Fahrer des VW-Busses wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr geborgen werden."

Der Mann musste mit schweren Verletzungen in eine Klinik gebracht werden. Sein Vierbeiniger Begleiter blieb offenbar unverletzt und wurde seinen Bekannten zur Obhut überlassen.

Laut Polizeimitteilung erlitten die beiden Beamten im Streifenwagen "mittelschwere Verletzungen" und kamen ebenfalls zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus.

Gaffer betritt Unfallstelle, filmt und attackiert Beamten

Der 62-jährige VW-Fahrer kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus.
Der 62-jährige VW-Fahrer kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus.  © News5 / Oswald

Durch die mehrstündigen Bergungsarbeiten kam es in dem gesperrten Kreuzungsbereich zu erheblichen Behinderungen, was für fragwürdige Reaktionen unter den Passanten führte.

"Am Rande der Unfallstelle äußerten mehrere Passanten gegenüber den Einsatzkräften in teils befremdlicher Weise ihren Unmut über die Absperrmaßnahmen und unter anderem darüber, dass sie den Kreuzungsbereich nicht direkt durch die Unfallstelle queren können", beschrieb die Polizei die entsprechende Situation vor Ort.

Nach TAG24-Informationen bestimmten vor allem Schaulustige das Bild rund um die Unfallstelle, sodass die Beamten gegen zahlreiche Personen vorgehen musste, die Fotos anfertigten. 

"Wir haben kein Verständnis für Leute, die sich am Leid anderer ergötzen", so Michael Petzold vom Polizeipräsidium Mittelfranken.

Laut der Pressemitteilung war vor allem ein Gaffer besonders negativ aufgefallen: "Ein 27-jähriger Mann betrat zudem die Unfallstelle und begann die Rettungsmaßnahmen mit einem Mobiltelefon zu filmen. Nachdem er von einem Polizeibeamten aufgefordert wurde die Unfallstelle zu verlassen und das Filmen einzustellen, griff er den Beamten an und würgte ihn."

Daraufhin wurde der rabiate Hobbyfilmer von den Beamten zu Boden gebracht und vorläufig festgenommen. "Er muss sich nun unter anderem wegen des Verdachts des tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte strafrechtlich verantworten."

Update, 12.01 Uhr: Ärger um Gaffen - Mann bekommt mehrere Anzeigen

Wie nun gemeldet wurde, hat das Verhalten des Gaffers mindestens zwei Anzeigen zur Folge. "Gegen ihn wurden erstmal zwei Verfahren eingeleitet: Wegen tätlichen Angriffs auf einen Polizeibeamten und wegen Widerstands gegen einen Vollstreckungsbeamten", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Möglicherweise muss er sich auch wegen der Bildaufnahmen verantworten. "Derzeit wird geprüft, ob er die Opfer gegen ihren Willen tatsächlich gefilmt hat", sagte der Sprecher. 

Der Straftatbestand Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen könne mit einer Geldbuße oder bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden.

Titelfoto: News5 / Oswald

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