Nach Chaos-Demo in Nürnberg: Polizei weist Kritik zurück

Nürnberg - Am Sonntag geriet der Corona-Hotspot Nürnberg in den sozialen Medien zu zweifelhaftem Ruhm, als mehrere Demonstrationen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen stattfanden.

An der Hauptveranstaltung nahmen in der Spitze etwa 300 Personen teil.
An der Hauptveranstaltung nahmen in der Spitze etwa 300 Personen teil.  © vifogra / Eberlein

Heftige Kritik hagelte es unter anderem gegen die Polizei in Nürnberg (TAG24 berichtete).

Diese weist nun die Vorwürfe zurück: "Auch wenn nicht permanent die Abstands- und Maskenregeln bei den unterschiedlichen Versammlungen eingehalten wurden, rechtfertigte dies aufgrund des hohen Stellenwertes des Versammlungsrechtes nicht die Auflösung der Versammlung", heißt es in einer Pressemitteilung am Montag.

Tatsächlich sind unter anderem auf Twitter zahlreiche Fotos und Videos zu finden, in denen weder die Abstands- noch die Maskenpflicht eingehalten wurde.

So zeigte neben dem 1. FC Nürnberg auch der Basketballclub Nürnberg Falcons auf Twitter totales Unverständnis für die Situation: "Das ist nicht unser #Nürnberg! Wir schämen uns für solche Szenen in der Stadt der Menschenrechte und fragen: 'Habt Ihr 'ne Delle in der Bimmel?'"

Die Polizei beruft sich nun darauf, dass nicht nur drei angemeldete Demos im Vorfeld unterbunden wurden, da die Teilnehmerzahl weit in den vierstelligen Bereich gegangen wäre.

Es sei zudem - neben den zugelassenen Events - eine weitere Spontan-Demo und daraufhin eine weitere als Gegendemonstration genehmigt worden.

Bis zu 300 Demonstranten in der Spitze

Mehrere Beamte haben versucht, die Versammlungen regelkonform stattfinden zu lassen.
Mehrere Beamte haben versucht, die Versammlungen regelkonform stattfinden zu lassen.  © vifogra / PFAE

Auslöser hierfür sei ein Einsatz der Beamten gewesen: "Aufgrund einer polizeilichen Maßnahme gegen Personen aus der Querdenkerszene wurde in der Folge noch vor Ort eine Eilversammlung mit dem Titel 'Gegen Willkür von Polizei und Staatsanwaltschaft' am Jakobsplatz angemeldet."

An sämtlichen Schauplätzen wiesen die Beamten die Teilnehmer regelmäßig auf das Einhalten der Infektionsschutzregeln hin. "Im Rahmen des Versammlungsgeschehens wurden mehrere Hundert Kontrollen durchgeführt", teilte die Polizei mit.

Als Verstöße wurden daraufhin folgende geahndet: 5 Anzeigen wegen Widerstands, 5 Anzeigen wegen Urkundenfälschung (wegen des Verdachts von falschen bzw. gefälschten ärztlichen Attesten zur Befreiung der Tragepflicht eines Mund-Nase-Schutzes), 117 Verstöße nach dem Infektionsschutzgesetz sowie 50 Platzverweise.

An der Haupt-Demo sollen bis zu 300 Demonstranten teilgenommen haben.

Titelfoto: vifogra / PFAE

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