"Querdenker"- Schule aufgelöst: Leiterin war verbeamtete Lehrerin im Krankenstand

München - Die Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann (51), sieht in der Mitwirkung einer Lehrerin am Betrieb der illegalen mutmaßlichen "Querdenker"- Schule in Oberbayern einen "eklatanten Einzelfall".

Ein Schild mit der Aufschrift "Stiftung Freiheit braucht Mut - Ort der ganzheitlichen Begegnung" hängt vor dem Gelände, auf dem sich die illegale Schule befand.
Ein Schild mit der Aufschrift "Stiftung Freiheit braucht Mut - Ort der ganzheitlichen Begegnung" hängt vor dem Gelände, auf dem sich die illegale Schule befand.  © Peter Kneffel/dpa

Ein derartiger Vorfall sei ihr aus ihrer gesamten Laufbahn nicht bekannt, sagte Fleischmann der Deutschen Presse-Agentur. "Ich habe noch nie erlebt, dass ein verbeamteter Lehrer oder eine Lehrerin eine Schule aufmacht, die gar keine Schule ist", sagte Fleischmann. "Der Schritt dieser Kollegin ist zu verurteilen."

Der BLLV habe aus Sorge angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung ein Manifest erstellt, das vor Radikalisierung warnt und sich gegen Personen stellt, die die Gesellschaft spalten.

Die eigene politische Meinung habe in dieser Form im Schulbetrieb nichts zu suchen. Die Schülerinnen und Schüler sollten zur Demokratie erzogen werden.

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Gerade vor diesem Hintergrund bleibe es wichtig, dass Lehrer verbeamtet würden. "Wir schwören auf das Grundgesetz und die bayerische Verfassung, wenn wir verbeamtet werden." Das verpflichte in besonderer Weise zum Schutz der dort verankerten Grundsätze.

Zwar gebe es seit jeher Einzelfälle, in denen Lehrkräfte durch bestimmte Aussagen auffielen und von Schulleitern zur Rechenschaft gezogen werden müssten. Sie habe aber nicht den Eindruck, dass diese Fälle in jüngster Zeit zugenommen hätten, sagte Fleischmann.

Rund 50 Kinder wurden auf dem Bauernhof unterrichtet

Auf diesem Hof war nach Angaben der Behörden die nicht genehmigte Schule untergebracht.
Auf diesem Hof war nach Angaben der Behörden die nicht genehmigte Schule untergebracht.  © Peter Kneffel/dpa

Die Bildungseinrichtung auf einem Bauernhof in Schechen im Landkreis Rosenheim war am Mittwoch nach Hinweisen aus der Bevölkerung von den Behörden geschlossen worden.

Schulen unterlägen einem strengen Genehmigungsverfahren, betonte Fleischmann. Deshalb könne man in dem Fall von Schechen letztlich nicht von einer Schule sprechen, "weil das ganze Verfahren nicht stattgefunden hat".

Auf dem Bauernhof waren laut Regierung von Oberbayern seit 13. September rund 50 Kinder unterrichtet worden.

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Die Leiterin sei verbeamtete Lehrerin einer Grund- und Mittelschule im Raum Oberbayern gewesen, die sich seit längerem im Krankenstand befunden hatte.

Behördensprecher Wolfgang Rupp ließ unter Verweis auf den Datenschutz offen, ob nun disziplinarisch gegen die Frau vorgegangen wird.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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