Unfallflucht? Lokführer fährt mit Bahn nach Zusammenstoß trotz Verletzter einfach weiter

Rain - Es klingt unfassbar: Nach einem Unfall in Bayern mit einer Verletzten an einem Bahnübergang ist ein Lokführer mit seinem Zug einfach weitergefahren. 

Die Regionalbahn des privaten Betreibers Agilis war in Rain im bayerischen Landkreis Donau-Ried mit einem Auto kollidiert. (Symbolbild)
Die Regionalbahn des privaten Betreibers Agilis war in Rain im bayerischen Landkreis Donau-Ried mit einem Auto kollidiert. (Symbolbild)  © David Ebener dpa/lby

Die Regionalbahn des privaten Betreibers Agilis habe wegen des Zusammenstoßes mit einem Auto in Rain im Landkreis Donau-Ried nur wenige Minuten angehalten und sei dann einfach mit Zwischenhalten an zwei Bahnhöfen bis Donauwörth weitergefahren, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Dort sei die Bahn schließlich gestoppt worden, sagte ein Polizeisprecher weiter. Warum der Lokführer an der Unfallstelle nicht gewartet habe, sei Gegenstand der Ermittlungen. "Der Tatbestand der Unfallflucht steht hier definitiv im Raum." 

Die Fahrgäste pünktlich an ihre Ziele zu bringen, sei keine Rechtfertigung, weiterzufahren: "Ein solcher Unfall hätte Menschenleben kosten können."

Bei dem Zusammenstoß am Dienstag wurde die Fahrerin des Autos nach Angaben der zuständigen Polizei leicht verletzt. Sie war am Bahnübergang an der entsprechenden Schranke vorbeigefahren und mit ihrem Wagen gegen den Zug gekracht.

Fahrgäste und Zugpersonal blieben unverletzt.

Agilis wollte sich zu dem Vorfall mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern. Der Zug sei von Ingolstadt nach Ulm (Baden-Württemberg) unterwegs gewesen.

Titelfoto: David Ebener dpa/lby

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