Mangelnde Kontrolle und Schlamperei bei Waffenkontrolle? Rechnungshof schießt gegen Behörden

München - Der Oberste Rechnungshof (ORH) wirft den bayerischen Behörden mangelnde Kontrolle der Waffenbesitzer im Freistaat vor.

Der Oberste Rechnungshof übt in Sachen Waffenkontrolle Kritik am Innenministerium. (Archiv)
Der Oberste Rechnungshof übt in Sachen Waffenkontrolle Kritik am Innenministerium. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Die Behörde beanstandet in ihrem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht in mehrfacher Hinsicht Mängel in den kommunalen Kreisverwaltungsbehörden.

In Bayern waren demnach Ende 2019 über 250.000 legale Waffen registriert.

Das Waffenrecht werde "nicht immer ausreichend vollzogen", heißt es in dem Bericht. So wird laut ORH vielfach nicht kontrolliert, ob die Waffenbesitzer Pistolen und Gewehre ordnungsgemäß unter Verschluss halten.

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Der ORH untersuchte 26 der 96 bayerischen Kreisverwaltungsbehörden, die eigentlich knapp 15.400 Aufbewahrungskontrollen hätten durchführen sollen. Tatsächlich waren es nur knapp 10.800, 30 Prozent zu wenig.

Weitere Mängel: "Das Personal ist im Umgang mit Waffen und Munition teilweise nicht sachkundig", schreiben die ORH-Prüfer. "Die Aufbewahrung von Waffen und Munition wird nur unzureichend dokumentiert."

Denn laut ORH wurde in 18 der 26 Kreisverwaltungsbehörden nicht dokumentiert, wieviel Munition entgegengenommen oder abgegeben wurde.

Der ORH legt dem Innenministerium Verbesserungen nahe - unter anderem die Überprüfung, ob den Waffenbehörden Personal fehlt. Das Ministerium hat die Kritik in seiner Stellungnahme in Teilen zurückgewiesen, in Teilen Verbesserungen zugesagt.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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