Durchblick: Das passiert, wenn man Autos, Gitarren und Surfbretter röntgt

Fürth - Ein alter VW-Käfer, ein Surfbrett, eine Gitarre, ein Mensch mit Kopfhörern - für seine Fotokunst durchleuchtet der Brite Nick Veasey alles mögliche mit Röntgenstrahlen.

Röntgenfotografien des englischen Fotografen und Künstlers Nick Veasey hängen in der Ausstellung "Nick Veasey - Inner Visions" in der Kunst Galerie Fürth.
Röntgenfotografien des englischen Fotografen und Künstlers Nick Veasey hängen in der Ausstellung "Nick Veasey - Inner Visions" in der Kunst Galerie Fürth.  © Daniel Karmann/dpa

125 Jahre nach Entdeckung der Röntgenstrahlen zeigt die Städtische Galerie in Fürth in einer Ausstellung eine Auswahl seiner Werke. Gedruckt auf 22 Stoffbahnen hat der Künstler diese zu einer raumgreifenden Installation entwickelt, die ab Samstag (10. Oktober) zu sehen ist.

Am 8. November 1895 experimentierte der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen in seinem Würzburger Labor und entdeckte dabei zufällig die nach ihm benannten Strahlen. Er selbst nannte sie X-Strahlen. 

Diese durchdringen viele Materialien. Mit ihrer Hilfe lassen sich auf Röntgenbildern Knochenbrüche erkennen. Sicherheitsdienste nutzen sie, um Koffer und Taschen zu durchleuchten. 

In der Industrie lassen sich mit ihnen Bauteile prüfen und im Labor die Strukturen von Kristallen analysieren.

Schau in Fürth zeigt Röntgenfotografie von Nick Veasey

Die Röntgenfotografien "Bob Marley" (l-r) und "Elvis" des englischen Fotografen und Künstlers Nick Veasey
Die Röntgenfotografien "Bob Marley" (l-r) und "Elvis" des englischen Fotografen und Künstlers Nick Veasey  © Daniel Karmann/dpa

Diese Eigenschaft macht sich auch der 1962 in London geborene Veasey für seine Fotografien zunutze. "Er blickt sozusagen hinter die Oberfläche der Dinge", sagte Galerie-Leiterin Natalie de Ligt. 

"Das ist das Spannende an seinen einzigartigen Bildern."

Aufnahmen von Tieren, Pflanzen, Autos und sogar einem ganzen Flugzeug hat Veasey mit seiner speziellen Röntgentechnik schon gemacht. 

Als Atelier dient ihm ein eigens eingerichteter Röntgenraum mit dicken Betonwänden, in dem mehrere Röntgengeräte mit unterschiedlicher Leistung stehen. 

Wenn ein Objekt zu groß für eine Aufnahme ist, zerlegt er dieses zum Röntgen in Einzelteile und setzt die einzelnen Bilder später digital zusammen. Dabei lässt er auch ganze Szenen entstehen wie einem Erwachsenen mit Kind und Hund im Auto auf dem Weg zum Strand.

Seine künstlerische Arbeit hat Veasey schon früher nach Fürth gebracht. 2014 nutzte er einen riesigen Computertomografen am Fraunhofer-Institut, um das Innenleben eines Ferraris abzulichten. 

Jetzt kommt er erneut in die Stadt am Rande Nürnbergs: Die Ausstellung "Nick Veasey - Inner Visions" werde der Künstler am Freitag selbst eröffnen, sagte de Ligt. Diese soll bis zum 20. Dezember zu sehen sein.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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