Rettet "Schnuffel": Bürgermeister findet Stofftier. Kurz darauf wird es zum Medien-Star

Neustadt an der Waldnaab - Irgendwo in der Oberpfalz vermisst vermutlich ein kleines Kind seinen treuen Spielzeug-Begleiter.

Radio- und TV-Teams unterstützen inzwischen den Bürgermeister von Neustadt an der Waldnaab. (Bildmontage)
Radio- und TV-Teams unterstützen inzwischen den Bürgermeister von Neustadt an der Waldnaab. (Bildmontage)  © Screenshot/Facebook/Stefan Dieppold + NEWS5 / Fricke

Davon ist zumindest der seit März frischgewählte Bürgermeister, Stefan Dippold (33), überzeugt. Als er am Montagabend mit seinem Fahrrad zwischen Hammerharlesberg und Weiden unterwegs ist, entdeckt er einen kleinen Stoffhasen. 

Kurz vor der Brücke über der Naab sei das gewesen, wie er gegenüber dem Bayerischen Rundfunk mitteilte.

Als er den Stoffhasen - den er "Schnuffel" getauft hat - entdeckt, will er die Bürger informieren. Sie sollen den flauschigen Begleiter aus dem Hause "Sigikid" auf den Pinnwänden der Facebook-Seiten teilen. So lange, bis der rechtmäßige Besitzer seinen geliebten Knuddelfreund wieder in die Arme schließen kann.

Und er hat auch einen konkreten Verdacht, wer das Stofftier verloren haben könnte, wie er auf Facebook schrieb: "Das herzzereißende: kurz vor Hammerharlesberg kam mir eine Familie mit zwei Mädels entgegen. Die jüngere (ca 2) der beiden hat bitterlich geweint. Ihre Schwester (ca 4) war nicht mehr am Rad sondern lief dem Familiengespann zu Fuß hinterher, obwohl ihr Rad von Mama gezogen wurde. Offenbar hat sie Schnuffel (😍) gesucht." (Text übernommen.)

Zwar hätte der SPD-Mann, wie er gegenüber Medien angab, noch versucht, die Familie einzuholen - doch sie waren nicht mehr zu finden. Darum soll nun das soziale Netzwerk die Rettung sein.

Zu dem Text liefert er ein paar Bilder des langohrigen Findelkindes und startet einen Hashtag dazu: #saveSchnuffel. Rettet Schnuffel.

"Schnuffel" wird zum Lokalhelden und Internetliebling

Ich bin im Rathaus, holt mich hier raus: Findel-Stofftier "Schnuffel" mausert sich zum viralen Hit.
Ich bin im Rathaus, holt mich hier raus: Findel-Stofftier "Schnuffel" mausert sich zum viralen Hit.  © NEWS5 / Fricke

Mehr als 2.300 Mal wird der Beitrag geteilt. Doch von den Besitzern fehlt weiterhin jede Spur. 

Für Dippold gibt es nur eine Lösung, bis sich die rechtmäßigen Besitzer wieder melden: Schnuffel braucht ein Dach über dem Kopf. Darum bietet er ihm eine Praktikumsstelle im Rathaus an, wie er gegenüber News5 mitteilt: "Er redet nicht viel, er ist meistens ganz still. Da habe ich gedacht, es gefällt ihm hier nicht," so die Einschätzung des Bürgermeisters.

Darum nimmt er ihn mit zur Kaffeepause und auf Radtouren, in Geschäfte und mit auf den Bauhof. Ein Flyer ist ebenfalls entworfen worden, der in der analogen Welt die Kunde verbreiten soll, dass das Stofftier in sicheren Händen auf seinen Besitzer wartet.

Auch das dokumentiert Dippold auf seiner Facebookseite. Die Meldungen machen die Runde. Radiosender, TV-Stationen, Zeitungen - sie alle wollen (mindestens) bayernweit bei der Suche helfen.

Und Schnuffel bekommt seine eigene Email-Adresse: saveschnuffel@gmail.com. Auch über diesem Weg kann sich der Besitzer (oder dessen Erziehungsberechtigte) melden.

Stefan Dippold kann sich also beim besten Willen nicht nachsagen lassen, dass er nicht alles mögliche versucht hätte. Das muss doch auf ein Happy End rauslaufen.

Titelfoto: Montage: Screenshot/Facebook/Stefan Dieppold + NEWS5 / Fricke

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