Schädliche Chemikalien: Braucht Bayern jetzt ein Schutzprogramm?

München - Nach der Verschärfung des Höchstwertes für einige gesundheitsschädliche Industriechemikalien durch die EU fordert die SPD im Landtag ein Schutzprogramm für die bayerische Bevölkerung. 

Die Höchstwerte für einige gesundheitsschädliche Industriechemikalien wurden verschärft. (Symbolbild)
Die Höchstwerte für einige gesundheitsschädliche Industriechemikalien wurden verschärft. (Symbolbild)  © Sina Schuldt/dpa

In einem Antrag, der am Donnerstag im Verbraucherschutz-Ausschuss diskutiert werden soll, spricht sich SPD-Verbraucherschützer Florian von Brunn zudem für flächendeckende repräsentative Untersuchungen von Lebensmitteln aus.

"Stichproben alle paar Jahre reichen da nicht", sagte von Brunn am Mittwoch in München. Außerdem brauche es umgehend Grenz- beziehungsweise Leitwerte für die Lebensmittel in Bayern. Für schwangere Frauen und Familien in den betroffenen Gebieten forderte von Brunn ferner eine kostenfreie umweltmedizinische Beratung.

Die EU hatte Mitte September aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zu den Gesundheitsgefahren von sogenannten PFAS und deren gemeinsamer Wirkung im Körper den Schwellenwert im Vergleich zu 2018 um 77 Prozent abgesenkt. Zulässig ist demnach nur noch ein Höchstwert von 4,4 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche. Damit soll eine höhere Giftigkeit durch gemeinsame Wirkung von Gemischen vermieden werden.

Im Freistaat gibt es zahlreiche Regionen und Kommunen wie die Landkreise Altötting, Pfaffenhofen (Manching), Fürstenfeldbruck oder die Stadt Ansbach, bei denen eine erhöhte Belastung vorliegt. 

PFAS sind eine Gruppe künstlich hergestellter chemischer Verbindungen, die in einer Vielzahl von Branchen hergestellt und verwendet werden - etwa Textilien, Haushaltswaren, Brandbekämpfung, Autoindustrie, Lebensmittelverarbeitung, Bauwesen und Elektronik.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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