"Schlaglochalarm": Mehr als ein Drittel der Staatsstraßen in Bayern sind marode

München - Mehr als ein Drittel der bayerischen Staatsstraßen sind sanierungsbedürftig.

Ein Auto fährt über eine Straße mit Schlaglöchern. Mehr als ein Drittel der Staatsstraßen in Bayern sind marode. (Symbolbild)
Ein Auto fährt über eine Straße mit Schlaglöchern. Mehr als ein Drittel der Staatsstraßen in Bayern sind marode. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Das geht aus einer Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor.

Schlusslicht sei Niederbayern mit 43 Prozent Sanierungsbedarf, gefolgt von Oberfranken mit 38 Prozent. Im günstigsten sieht es danach auf den Staatsstraßen in Oberbayern und Schwaben aus.

Punktuell ist der Anteil der schadhaften Straßen sogar noch größer. Im Landkreis Freyung-Grafenau sind den Angaben zufolge mehr als 64 Prozent betroffen, im Kreis Passau 54 Prozent.

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"Im letzten Jahrzehnt ist es der Staatsregierung trotz sprudelnder Steuereinnahmen nicht gelungen, den Sanierungsbedarf zu verringern, mehr als ein Drittel der Staatsstraßen bleibt kontinuierlich in einem schlechten Zustand", sagte der SPD-Politiker Markus Rinderspacher (51).

Die Landesregierung habe die Frage nach den notwendigen Sanierungskosten nicht beantwortet. Aus der Antwort auf eine ähnliche Anfrage aus dem Jahr 2018, als für eine ähnliche Zahl von Kilometer Sanierungsbedarf ermittelt worden war, sei ein Kostenaufwand von 908 Millionen Euro hervorgegangen.

Brücken und andere Ingenieurbauwerke seien dabei nicht berücksichtigt gewesen.

Sanierung von einem Kilometer Staatsstraße für 190.000 Euro

Der durchschnittliche Kostenaufwand für die Sanierung von einem Kilometer Staatsstraße liege bei 190.000 Euro, erklärte Rinderspacher und sprach von "versteckter Staatsverschuldung". Die Investitionen in die Instandhaltung müssten erhöht werden. "Auf jeder dritten bayerischen Staatsstraße herrscht Schlaglochalarm."

Fahrbahnrisse bestimmten das Bild, Markierungen seien häufig nur noch zu erahnen und oftmals seien auch Schäden vom vergangenen Winter nur provisorisch geflickt.

"Es kann nicht sein, dass die infrastrukturelle Staatsverschuldung weiter verschleppt wird."

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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