Schulen auf, Rest zu? Bildungsforscher zeichnet düsteres Zukunftsbild für Pandemie-Schüler

München - Der Bildungsforscher Ludger Wößmann hat Vorrang für Schulunterricht bei der Corona-Bekämpfung gefordert: "Die psychologischen, sozialen und ökonomischen Kosten der Schulschließungen sind enorm."

Laut eines Bildungsforschers sollte die Schulen wieder geöffnet werden. (Symbolbild)
Laut eines Bildungsforschers sollte die Schulen wieder geöffnet werden. (Symbolbild)  © Matthias Balk/dpa

In einem Gastbeitrag für die "Wirtschaftswoche" schreibt er: "Es gibt keinen effektiven Schutz in Alten- und Pflegeheimen, keine entschiedenen Regeln für Großraumbüros und für andere Arbeitsplätze sowie für Reisen."

Weiter kritisierte der Leiter des Münchner Ifo-Zentrums für Bildungsökonomik: "Andere europäische Länder haben die Schwerpunkte andersherum gesetzt: Schulen auf, dafür weit stärkere Einschränkungen des öffentlichen Lebens außerhalb der Schulen."

Schulöffnungen könnten nach dem Alter gestaffelt werden - für die Klassen 1 bis 6 sollte Präsenzunterricht so schnell wie möglich stattfinden, forderte Wößmann.

Darüber hinaus müsse an allen Schulen für alle Schüler täglich in allen Fächern Unterricht per Video stattfinden.

Denn die Schäden der Schulschließungen seien enorm: "Die vorliegende Evidenz legt nahe, dass für den Einzelnen – über das gesamte Berufsleben gerechnet – im Durchschnitt mit einem rund drei Prozent geringeren Erwerbseinkommen zu rechnen ist, wenn ein Drittel eines Schuljahres verloren geht", schreibt Wößmann weiter.

Deutschland müsse mit einer durchschnittlich 1,5 Prozent niedrigeren Wirtschaftskraft bis zum Ende des Jahrhunderts rechnen - das entspreche 2,5 Billionen Euro.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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