Schulen in Bayern bleiben dicht - Markus Söder rechnet mit Explosion bei Corona-Fällen

Berlin/München - In den Schulen in Bayern wird es nach Ende der Weihnachtsferien keinen Präsenzunterricht geben. Das gab Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekannt.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, bei der Pressekonferenz zu den neu beschlossenen Corona-Maßnahmen.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, bei der Pressekonferenz zu den neu beschlossenen Corona-Maßnahmen.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Es werde stattdessen zunächst bis Ende Januar Distanzunterricht sowie Notbetreuung geben, sagte Söder. Die vom Bund geschaffene Möglichkeit für Eltern, notfalls weitere Krankheitstage bei vollem Lohnausgleich einzureichen, bezeichnete Söder "als ganz starkes und wichtiges Angebot".

"Wir wissen wie wichtig das für Eltern ist", sagte Söder. Man wisse auch, wie wichtig Bildung und Bildungsabschlüsse seien, aber auch die Lebendigkeit und das Treffen von Freunden. "Aber die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler und auch der Lehrerinnen und Lehrer steht jedenfalls als erster Punkt da, den es zu berücksichtigen gilt."

Es habe sich gezeigt, dass das Coronavirus auch in Schulen und Kitas verbreitet werden kann. Das hätten internationale Studien ergeben.

Sorge bereite in diesem Zusammenhang vor allem eine Verbreitung der neuen Virusform, die in Großbritannien bekannt geworden war und inzwischen auch in Deutschland nachgewiesen wurde.

Söder geht davon aus, dass mit dem Ende der Feiertage die Corona-Infektionszahlen weiter steigen werden. Die Dunkelziffer sei wahrscheinlich relativ hoch, da über Weihnachten und Silvester weniger getestet worden sei, sagte der CSU-Chef.

Auch Reiserückkehrer seien noch nicht in den aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts abgebildet. "Wir müssen eher davon ausgehen, dass diese Zahlen wachsen", betonte Söder.

Markus Söder besorgt wegen mangelnder Impfbereitschaft in Alten- und Pflegeheimen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU, l) nimmt neben Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, an der Pressekonferenz nach den Beratungen von Bund und Ländern über weitere Corona-Maßnahmen teil.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU, l) nimmt neben Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, an der Pressekonferenz nach den Beratungen von Bund und Ländern über weitere Corona-Maßnahmen teil.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zuletzt 11.897 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 944 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet.

Eine Interpretation dieser Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests auf das Coronavirus über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken.

Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert.

Söder zeigte sich gut eine Woche nach dem Impfstart in Deutschland besorgt über die Impfbereitschaft. "Es ist nicht so, dass die Impfquote extrem hoch ist", sagte Söder nach ersten Erfahrungen in Alten- und Pflegeheimen.

Es ergebe sich ein "differenziertes Bild" sowohl bei Heimbewohnern als auch beim Pflegepersonal. Er gehe davon aus, dass noch stärker als bisher für das Impfen gegen das Coronavirus geworben werden müsse.

Söder wies erneut auf die Problematik von Reiserückkehrern aus Risikogebieten hin. Die bayerische Grenzpolizei habe 1300 Fälle an den Grenzen festgestellt, die an die Gesundheitsbehörden gemeldet werden mussten und wo eine Nachverfolgung nötig sei.

Die jetzt auch vom Bund übernommene doppelte Teststrategie - also das Testen unmittelbar bei der Einreise und anschließende Quarantäne, die erst nach fünf Tagen durch einen weiteren negativen Test abgelöst werden kann, hätte bereits früher eingeführt werden können, sagte Söder.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

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