Nach Shitstorm: Polizei löscht Schätzfrage zu Pfandflaschen bei Obdachlosem

Nürnberg - Nach erheblicher Kritik hat die Polizei in Mittelfranken in Bayern einen Beitrag in sozialen Medien mit einer Schätzfrage zu Pfandflaschen bei einem Obdachlosen wieder gelöscht.

Nach Kritik hat die Polizei einen Beitrag mit einer Schätzfrage zu Pfandflaschen bei einem Obdachlosen gelöscht. (Symbolbild)
Nach Kritik hat die Polizei einen Beitrag mit einer Schätzfrage zu Pfandflaschen bei einem Obdachlosen gelöscht. (Symbolbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

"Wir hatten nicht vor, Wohnungslose zu diskreditieren oder in anderer Form zu verunglimpfen", schrieb das bayerische Polizeipräsidium mit Sitz in Nürnberg am Dienstag auf Twitter und Facebook. "Selbstverständlich ist die Not dieser Menschen kein Spaß für uns."

Am Montag hatte das Polizeipräsidium auf den beiden Plattformen ein Foto mit einem großen Plastiksack gepostet und den Nutzern die "Schätzfrage" gestellt, wie viele Flaschen enthalten seien. Diese seien bei einem Obdachlosen gefunden worden, der einen Wohnwagen aufgebrochen und darin übernachtet hatte.

Die Flaschen habe er geklaut.

Nutzer hatten der Polizei daraufhin in den Kommentaren vorgeworfen, das Elend des Mannes für ein belustigendes Ratespiel zu missbrauchen. Ein entsprechender Shitstorm war die Folge.

Sich über den Obdachlosen lustig zu machen, sei nie die Absicht des Social-Media-Teams gewesen, sagte ein Sprecher des Präsidiums am Dienstag. 

Nach Betrachtung der zahlreichen Kommentare habe man sich entschieden, den Beitrag zu löschen.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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