Lockdown verschärft: Ab Mitternacht macht Bayern noch mehr dicht

München - Mit den Worten "Leider müssen wir uns schon wieder an sie wenden" eröffnete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Pressekonferenz.

Die Gastronomie wird ab sofort für das Betreten und Verweilen geschlossen. (Archiv)
Die Gastronomie wird ab sofort für das Betreten und Verweilen geschlossen. (Archiv)  © Tag24/Schimpfhauser

Bezugnehmend auf Informationen des Robert-Koch-Instituts musste er mitteilen, dass die bisherigen Maßnahmen im Kampf gegen die Verbreitung des neuartigen Coronavirus nicht ausreichen.

Es drohen ähnliche Verhältnisse wie in Italien und Frankreich. Grund dafür seinen unter anderem die zahlreichen Menschen, die alle Warnungen nicht ernst nehmen und ignorieren. Die Zahl der Erkrankungen und der Toten steigt täglich weiter an.

Es müssen also deutlichere Maßnahmen getroffen werden. "Wir warten nicht auf endlose Abstimmungen", betonte er um die sprunghaften Anstiege zu stoppen. Man müsse jetzt handeln, um bald wieder alles hochfahren zu können. "Der Maßstab ist für uns ausschließlich der Schutz der Bevölkerung."

In Bayern, als Grenzregion, müsse man besonders besonnen vorgehen. Daher werden die Maßnahmen - nach einem Gespräch mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz - an das Nachbarland angepasst und 1:1 übernommen. Bayern macht ab Mitternacht noch mehr dicht.

Kein Zugang zu Gastronomien und Pflegestätten

Markus Söder gab neue Schritte im Kampf gegen Corona bekannt.
Markus Söder gab neue Schritte im Kampf gegen Corona bekannt.  © Matthias Balk/dpa

Ab Freitagnacht, 0 Uhr, und (vorerst) für die nächsten zwei Wochen, ist eine grundlegende Ausgangsbeschränkung wirksam. Das öffentliche Leben wird damit noch mehr runter gefahren.

Söder ermahnt hierbei, dass das auch bedeutet, dass die Bürger als Alternative dennoch keine Partys abhalten sollen, keine Nachbarskinder einladen oder Ferienparties veranstalten.

Erlaubt bleibe, zur Arbeit zu gehen. Jedoch sollten die Arbeitgeber dafür sorgen, dass Mindestabstände zu den Kollegen und Kunden eingehalten werden. Wenn möglich ist Homeoffice zu gestatten. 

Auch die medizinische Versorgung bleibt erhalten, jedoch mit Einschränkungen, wie bei Logopädien oder Physiotherapeuten. Zudem werden die Besuchsrechte für Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen eingeschränkt. Dies gilt auch für Krankenhäuser. 

Ausnahmen gibt es jedoch: Im Sterbefall, wenn Eltern zu ihren stationär aufgenommenen Kindern wollen oder bei der Geburt eines Kindes. Auch bleiben Banken und die Lebensmittelversorgung erhalten.

Spazierengehen bleibt erlaubt - aber eingeschränkt

An die bisherigen Warnungen haben sich die meisten gehalten - vielen jedoch nicht. (Archiv)
An die bisherigen Warnungen haben sich die meisten gehalten - vielen jedoch nicht. (Archiv)  © Tag24/Schimpfhauser

Um Lagerkollern entgegenzuwirken, betonte Markus Söder, dass Sport und Spazierengehen erlaubt bleibe. Jedoch nur alleine oder mit Familie. Und natürlich auch mit dem Hund. Auch Lebenspartner oder gar Scheidungskinder können weiterhin vom getrennt lebenden Partner besucht werden.

Weitere Maßnahmen, so warnte er, sind weiterhin möglich, wenn das erneut nicht ausreiche. Polizei und Ordnungsdienste werden die Einhaltungen verstärkt kontrollieren. Je nach Tatbestand können Zuwiderhandlungen bis zu 25.000 Euro Strafe mit sich bringen.

"Ich weiß, das sind starke Einschränkungen", gestand Söder. "Es gibt auch keine Garantie" Aber laut Experten sei das genau jetzt eine sinnvolle Umsetzung.

"Für die bislang Vernünftigen ändert sich also nicht viel, für die Unvernünftigen einiges", betonte Söder erneut und entschuldigte sich: "Ich hätte nie gedacht, dass ich als Ministerpräsident so eine Entscheidung treffen muss. Doch es muss sein." Abschließend appellierte er erneut an die Vernunft der Menschen, um weitere Schritte zu vermeiden. 

Er beendete seine Rede schließlich mit den Worten: "Gott schütze unsere Heimat - bleiben sie gesund"

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Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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