Nichts geht mehr: Spielbanken und Schlösser in Bayern machen dicht!

München - In Bayern steigt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus weiter. Bislang sind im Freistaat 681 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Samstag mitteilte (Stand 13 Uhr).

Rien ne va plus: Mit staatlichem Glücksspiel geht vorerst nichts mehr. (Archiv)
Rien ne va plus: Mit staatlichem Glücksspiel geht vorerst nichts mehr. (Archiv)  © picture alliance / Christoph Schmidt/dpa

Das sind 123 Fälle mehr als am Vortag. Das öffentliche Leben stand am Samstag in vielen Bereichen still. Seit dem Wochenende sind auch Schloss Neuschwanstein und die weiteren Schlösser in Bayern sowie die Spielbanken geschlossen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plant zur Coronavirus-Krise kurzfristig eine Regierungserklärung im Landtag. Termin dafür ist die nächste Plenarsitzung am kommenden Donnerstag (19. März), wie eine Regierungssprecherin am Samstag sagte.

Zudem forderte Söder, die Bundeswehr stärker für den Kampf gegen die Corona-Epidemie einzusetzen. "Wir sollten überlegen, die Bundeswehr stärker einzubinden. Sie muss mit Pflegepersonal, Ärzten, Laboreinrichtungen und Kapazitäten in ihren Krankenhäusern mithelfen", sagte der CSU-Vorsitzende den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Das ist angesichts dieser Krise unabdingbar."

Von der Staatsregierung verhängte, weitreichende Auflagen für den Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen traten am Samstag in Kraft. Zum Schutz älterer und kranker Menschen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus wurden die Besuchsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Pro Patient ist dem Gesundheitsministerium nach ein Besucher pro Tag für jeweils eine Stunde angestrebt.

Verschiedene Skigebiete stellen den Betrieb ein

(Ge)Schloss(en) Neuschwanstein: dieses und die weiteren Besuchermagneten wurden nun dicht gemacht. (Archiv)
(Ge)Schloss(en) Neuschwanstein: dieses und die weiteren Besuchermagneten wurden nun dicht gemacht. (Archiv)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Während sich in manchen Supermärkten und Drogerien Menschen mit diversen Vorräten eindeckten, blieben in vielen Straßencafés am Samstag trotz milden und sonnigen Wetters Stühle frei. Publikumsträchtige Veranstaltungen fielen aus. Die Therme in Erding machte vorübergehend zu.

Ab Montag geht dann auch auf Deutschlands höchstem Berg nichts mehr. Der Betrieb der Zugspitzbahn wird bis auf Weiteres eingestellt. "Die Zugspitze ist zu und das Gebiet Garmisch-Classic auch", sagte eine Sprecherin. Auch die Skigebiete Wendelstein, Großer Arber, Brauneck, Wallberg, Spitzingsee und Sudelfeld stellen den Betrieb ein.

Ebenfalls ab Montag bleiben für fünf Wochen - bis zum Ende der Osterferien - landesweit alle Schulen, Kindertagesstätten und Krippen geschlossen. Söder und Arbeitsministerin Carolina Trautner (CSU) hatten bereits am Freitag an alle Arbeitgeber appelliert, die Arbeitszeiten flexibel zu gestalten, um die Kinderbetreuung zu gewährleisten.

In die 681 Fälle eingerechnet sind die ersten 14 Infizierten, die allesamt mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen, als auskuriert gelten und wieder aus den Krankenhäusern entlassen wurden. Mit eingerechnet sind zudem drei Bayern, die außerhalb des Freistaats positiv getestet wurden.

Die meisten registrierten Infektionen innerhalb des Freistaates gibt es in Oberbayern. Dort waren es bis Samstagmittag 364 Fälle, davon in München 178, in Freising 51 und in Starnberg 34 Fälle.

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Titelfoto: picture alliance / Christoph Schmidt/dpa

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