Statt Dieselloks: Bayern testet Züge mit Batterie- und Wasserstoffantrieb

München - Die Staatsregierung will nach Möglichkeit in diesem Jahr Züge mit Batterie- und Wasserstoffantrieb in Bayern testen. Diese könnten mittel- und langfristig die bisher auf nicht elektrifizierten Strecken üblichen Dieselloks ersetzen.

Der Coradia iLint, der weltweit erste Wasserstoff-Triebzug für den Regionalverkehr des französischen Zugherstellers Alstom steht im Bahnhof Basdorf, auf dem Dach sind die Gastanks zu sehen.
Der Coradia iLint, der weltweit erste Wasserstoff-Triebzug für den Regionalverkehr des französischen Zugherstellers Alstom steht im Bahnhof Basdorf, auf dem Dach sind die Gastanks zu sehen.  © Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa

"Sowohl die Wasserstoff- als auch die Batterietechnik sind hochinteressante Ansätze, wie wir unseren Zugverkehr künftig emissionsfrei gestalten und damit einen Beitrag für noch mehr Nachhaltigkeit im Verkehrssektor leisten können", sagte Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) der Deutschen Presse-Agentur.

Die Staatsregierung denkt dabei unter anderem an Südschwaben und das Allgäu, da es dort kaum elektrifizierte Strecken gibt. Die Corona-Epidemie hat zwar den Testfahrplan durcheinander gebracht, aber aufgegeben werden die Projekte nicht. 

Bei einer in diesem Jahr startenden Ausschreibung im Dieselnetz rund um Mühldorf in Oberbayern will der Freistaat bei vorerst zwei Strecken auf Wasserstoff setzen. Mühldorf liegt im südostbayerischen Chemiedreieck, deswegen steht laut Ministerium vor Ort Wasserstoff als Nebenprodukt der chemischen Industrie zur Verfügung.

Schon im Juli 2019 war ein Wasserstoffzug in Nordbayern zwischen Coburg und Bayreuth unterwegs. Der für eine weitere Testfahrt in Schwaben vorgesehene Zug wird seit September 2018 auf der Bahnstrecke zwischen Bremervörde, Cuxhaven, Bremerhaven und Buxtehude in Norddeutschland mit zwei Vorserienfahrzeugen eingesetzt. 

Wegen der hohen Reichweite von tausend Kilometern eignet sich der Wasserstoffantrieb nach Einschätzung des Ministeriums gut für lange Strecken, bei denen auf absehbare Zeit nicht mit einer Elektrifizierung zu rechnen ist.

Titelfoto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa

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