Beziehungs-Drama: 30-Jährige ersticht Lebensgefährten

Ingolstadt - Das Landgericht Ingolstadt hat eine Frau für tödliche Messerstiche auf ihren Lebensgefährten zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt.

Das Gericht bewertete die tödlichen Messerstiche als minderschweren Fall von Totschlag. (Symbolbild)
Das Gericht bewertete die tödlichen Messerstiche als minderschweren Fall von Totschlag. (Symbolbild)  © 123RF/Elnur Amikishiyev

Das Gericht beurteilte die Tat am Freitag als minderschweren Fall von Totschlag. Zudem ordnete es nach Angaben eines Gerichtssprechers die Unterbringung der drogensüchtigen Frau in einer Entziehungseinrichtung an.

Damit muss die 30-Jährige voraussichtlich nur noch gut ein Vierteljahr ins Gefängnis, wenn das Urteil rechtskräftig wird. Danach könne sie die etwa zweijährige Therapie beginnen, wie der Gerichtssprecher sagte. Sollte diese erfolgreich sein, könne der Rest der Strafe danach zur Bewährung ausgesetzt werden. Laut eines psychiatrischen Gutachtens war die Frau wegen eines Drogencocktails bei der Tat vermindert schuldfähig.

Die Frau hatte zu Beginn des Prozesses gestanden, den etwa zehn Jahre älteren Mann kurz vor Weihnachten 2019 erstochen zu haben. Sie hatte sich allerdings auf Notwehr berufen - der Mann habe sie bedroht.

Die Verteidigung hatte deshalb zunächst Freispruch verlangt - und für den Fall, dass das Gericht dem nicht folgen sollte, auf eine Verurteilung in einem minder schweren Fall des Totschlags und eine rasche Einweisung in eine Entziehungsanstalt.

Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls eine Unterbringung in einer therapeutischen Einrichtung beantragt und zudem eine Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren gefordert.

Titelfoto: 123RF/Elnur Amikishiyev

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