Skitourenboom in Bayerns Bergen: So viele Opfer forderten Lawinen

München - In den bayerischen Bergen hat es im vergangenen Winter trotz des coronabedingten Skitourenbooms und teils guter Schneeverhältnisse keinen tödlichen Lawinenunfall gegeben.

Wanderwege am Karmer sind aufgrund der Lawinen- und Baumbruch-Gefahr nach tagelangen Schneefällen im Januar 2021 gesperrt.
Wanderwege am Karmer sind aufgrund der Lawinen- und Baumbruch-Gefahr nach tagelangen Schneefällen im Januar 2021 gesperrt.  © Angelika Warmuth/dpa

Das geht aus Daten der Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Umwelt hervor.

Der Lawinenwarnzentrale seien neun Unfälle im gesamten bayerischen Alpenraum bekannt geworden, es sei aber niemand zu Tode gekommen, sagte Hans Konetschny von der Lawinenwarnzentrale der dpa. Das sei eine gute Bilanz, "weil wirklich sehr viele Menschen unterwegs waren".

Ein Grund für die geringe Zahl an Unfällen sei vermutlich auch, dass gerade die Neulinge erst einmal auf Pisten aufstiegen. Allerdings seien auch die Pisten nicht völlig sicher, da sie mangels Skibetrieb nicht abgesichert wurden und es keine Lawinensprengungen gab, sagte Konetschny. Ihm sei allerdings nur ein Lawinenunfall im Pistenbereich im März am Hochfelln in den Chiemgauer Alpen bekannt.

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Zudem hätten sich die Wintersportler über die Gefahrenlage intensiv informiert. Auf der Seite des Lawinenwarndienstes mit der täglichen Lage-Einschätzung habe es mehr als vier Millionen Zugriffe gegeben, etwa doppelt so viele wie im Vorjahr. Vor allem im Januar nach Schneefällen drohte das System zusammenzubrechen. "Wir mussten sogar die Serverkapazitäten erhöhen, um die Nachfrage zu bewältigen."

Dass sich die Wintersportler vorab informierten, sei möglicherweise ein Grund, dass die Unfallzahlen nicht gleichermaßen stiegen wie die Zahl der Tourengeher. Im Schnitt gibt es laut Konetschny pro Saison in Bayern zwei tödliche Lawinenunglücke.

Der Lawinenlagebericht bietet Wintersportlern Informationen über die Gefahrenstufe, den Schneedeckenaufbau sowie besondere Gefahrenstellen im Gelände.

Titelfoto: Angelika Warmuth/dpa

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