Land unter in Bayern: Einsatzkräfte am Limit, noch mehr Wassermassen erwartet

Bayern - Schwere Unwetter und starke Regenfälle haben in zahlreichen Regionen in Bayern für Überschwemmungen gesorgt.

Einige Straßen und Wege sind bereits vollständig mit Wasser bedeckt. Doch es könnte noch schlimmer kommen.
Einige Straßen und Wege sind bereits vollständig mit Wasser bedeckt. Doch es könnte noch schlimmer kommen.  © vifogra / Friedrich

Keller und Wohnräume mussten ausgepumpt werden, teilweise war auf Straßen kaum noch ein durchkommen möglich.

Vor allem in Franken waren die Einsatzkräfte der Feuerwehren und des Technischen Hilfswerkes stark gefordert.

Für den Landkreis Erlangen-Höchstadt warnte die Polizei am Freitagnachmittag per Twitter vor einer 60 cm hohen Flutwelle und bat Autofahrer, ihre Fahrzeuge umzuparken.

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Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht, wie eine Betroffene im oberfränkischen Priegendorf gegenüber der Presse äußerte: "Jetzt ist es ein bisschen entspannt, aber es kommt mehr. Es wird bis 7 Uhr heute Abend regen. Es kommt ja auch immer verzögert zu uns. Wenn es nicht mehr regnet, kommt ja trotzdem noch das Wasser."

Von einem ähnlich dramatischen Bild berichtet ein weiterer Anwohner in Markt Bibart im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim.

Auf die Frage, ob es sich um ein Jahrhunderthochwasser handeln könnte, meinte Siegfried Volker: "Ich vermute es, ja. Ich wohne seit über 50 Jahren in Markt Bibart und habs noch nie so erlebt."

Überflutete Straßen, überschwemmte Wohnbereiche. Die Einsatzkräfte versuchen, den Wassermassen Herr zu werden.
Überflutete Straßen, überschwemmte Wohnbereiche. Die Einsatzkräfte versuchen, den Wassermassen Herr zu werden.  © NEWS5 / Merzbach

Anwohner: "Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange."

Straßen und Fußgängerwege sind in vielen Regionen Bayerns bereits unter Wasser.
Straßen und Fußgängerwege sind in vielen Regionen Bayerns bereits unter Wasser.  © vifogra / Friedrich

Und er befürchtet: "Es ist noch nicht der Scheitelpunkt, der kommt erst noch." Er rechnet damit, dass von den Wäldern und Wiesen noch Wassermassen nachkommen. "Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange."

Das zuständige Landratsamt hat eine sogenannte "Großschadensereignislage" ausgerufen. Es ist neben Überschwemmungen auch von Erdabrutschen und entwurzelten Bäumen die Rede. Der Unterricht wurde an den Schulen bereits vorzeitig eingestellt.

In der Region um Hof kommen die Einsatzkräfte aufgrund zahlreicher Notrufe nicht mehr hinterher. Gegenüber der dpa berichtete ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Hochfranken, dass noch rund 70 Einsätze abzuarbeiten wären.

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Immerhin sollen bislang noch keine Verletzten zu beklagen sein. Von einer Entspannung der Lage kann jedoch noch keine Rede sein.

Der Hochwassernachrichtendienst Bayern hat weitere Warnungen, vor allem für die Landkreise Forchheim, Bamberg und Coburg, aber auch für Teile im Norden und Westen des Freistaats ausgesprochen.

Eine Übersichtskarte für die offiziell ausgerufenen Gefahrregionen findest du >>>hier.

Titelfoto: vifogra / Friedrich

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