Verrückt: Darum muss Altar aus Würzburger Museum in Quarantäne

Würzburg - Der sogenannte Streichholzaltar des Hammelburger Künstlers Robert Höfling, der im Museum des Würzburger Doms steht, muss in Quarantäne.

Mitarbeiter des Museums bringen den sogenannten Streichholzaltar ins Depot.
Mitarbeiter des Museums bringen den sogenannten Streichholzaltar ins Depot.  © Kerstin Schmeiser-Weiß/Medienhaus der Diözese Würzburg/dpa

Der Grund: Der Bücherwurm hat sich im Streichholzaltar einquartiert. Die Brotkäfer nagten sich durch die angekohlten Kartoffeln, mit denen Teile des Altars gestaltet sind. Das teilte das Bistum Würzburg am Donnerstag mit.

Ertappt wurden die ungebetenen Gäste durch feinen Staub, der herabrieselte und auf einem Rahmen liegenblieb.

Der Streichholzaltar wurde daher abgebaut und im Depot des Museums in einem Spezialzelt gegen Schädlingsbefall behandelt.

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Denn auch für Kunstwerke gibt es Quarantäne: in der Regel für alle, die neu in die Sammlung aufgenommen werden, sagte Sammlungskurator Christoph Deuter.

Rieselt dann nach einiger Zeit Holzmehl heraus, sei das der Beweise für einen Holzwurmbefall.

Um Schädlinge rechtzeitig zu erkennen, geht laut Museumskurator Michael Koller etwa alle acht Wochen eine Spezialfirma durchs Museum und untersucht, ob es einen Befall gibt.

Hier haben sich die Brotkäfer durch die angekohlten Kartoffeln auf dem Streichholzaltar gefressen.
Hier haben sich die Brotkäfer durch die angekohlten Kartoffeln auf dem Streichholzaltar gefressen.  © Kerstin Schmeiser-Weiß/Medienhaus der Diözese Würzburg/dpa

Schädlinge seien aber eine Ausnahme. Denn nicht nur Käfer nagen an Kunstobjekten, sondern - wie es das Bistum formulierte - auch der Zahn der Zeit: Licht und Feuchtigkeit seien für viele Kunstwerke die größten Feinde.

Titelfoto: Bild-Montage: Kerstin Schmeiser-Weiß/Medienhaus der Diözese Würzburg/dpa

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