Wenn die Sirenen im Notfall schweigen: Was lief beim Warntag schief?

München - Der erste bundesweite Probealarm am Donnerstag hat bei manchen Menschen in Bayern für Verwunderung gesorgt - denn mancherorts gab es keinen Sirenen-Alarm und auch die amtlichen Warn-Apps blieben teilweise still.

Bundesweit wurden zwischen 11 und 11.20 Uhr die Warnsysteme getestet. (Archivbild)
Bundesweit wurden zwischen 11 und 11.20 Uhr die Warnsysteme getestet. (Archivbild)  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

In nicht allen Städten des Freistaats gibt es noch Katastrophenschutz-Sirenen. Probleme bei den Apps gab es wegen einer Überlastung.

Für München erklärte ein Feuerwehrsprecher, es gebe in der Landeshauptstadt seit vielen Jahren gar keine solcher Sirenen mehr. 

Sie seien nach dem Ende des Kalten Kriegs nach und nach abgebaut worden. 

Gewarnt worden sei dagegen über Warn-Apps wie Nina und Katwarn. Im Notfall könnten Menschen auch über Lautsprecher auf Feuerwehr- oder Polizeiautos informiert werden. In sozialen Netzwerken äußerten sich viele Nutzer verwundert darüber, dass Sirenen nicht heulten.

Im Stadtgebiet von Nürnberg dagegen gingen alle 59 Sirenen an, wie ein Sprecher der Feuerwehr erklärte. Der Grund: Seit einigen Jahren baut die Frankenmetropole wieder Sirenen auf, bis Ende 2021 sollen es 106 im Stadtgebiet sein. 

Hintergrund für die Investition von rund 2,8 Millionen Euro waren dem Sprecher zufolge einige größere Schadensfälle in den vergangenen Jahren.

Teilweise Überlastung des Warnsystems

Seit Tagen wurden die Bürger über den geplanten Probealarm informiert und vorbereitet. (Archivbild)
Seit Tagen wurden die Bürger über den geplanten Probealarm informiert und vorbereitet. (Archivbild)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Auch in Augsburg heulten die Sirenen des Katastrophenschutzes. Alle 52 seien bei der Probe problemlos ausgelöst worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Da im Süden der Stadt derzeit nur zwei aufgebaut seien, hätten manche Bürger den Signalton womöglich nur leise gehört.

Die Sprecher der Feuerwehren in Nürnberg und Augsburg wiesen allerdings darauf hin, dass zahlreiche Sirenen im Freistaat stumm blieben, weil diese häufig nur zur Alarmierung von Feuerwehren dienten. Nur wenige dieser Sirenen seien in der Lage, zusätzlich auch Warnsignale des Katastrophenschutzes wiederzugeben.

Vor allem in sozialen Netzwerken klagten zahlreiche Nutzer, dass auch die amtlichen Warn-Apps stumm blieben. "Wir wissen, dass es teilweise geklappt hat", sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn. Teilweise sei es aber zu einer Überlastung des modularen Warnsystems gekommen. 

"Deshalb gibt es gerade Verzögerungen bei der Auslösung." Die Apps sollen Nutzer vor Gefahren warnen - an diesem Donnerstag sollten sie einen Probealarm übermitteln.

Künftig ist der Warntag jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September geplant. Denkbar wären Warnungen etwa bei Bränden oder dem Auftreten von radioaktiver Strahlung, aber auch bei Stromausfällen oder Naturgefahren wie Erdbeben und Überschwemmungen.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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