Vorkaufsrecht auf eine Million: Bayern bereitet Schnelltest-Offensive vor

München - Die Staatsregierung startet im Januar den Großeinsatz eines neuen Corona-Schnelltests, der weit zuverlässiger sein soll als das bisher übliche Schnellverfahren.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (49) hofft durch die neuen Tests auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität. (Archiv)
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (49) hofft durch die neuen Tests auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität. (Archiv)  © Sven Hoppe/dpa

Vorerst hat die Staatsregierung sechs der erst vergangene Woche amtlich zugelassenen neuen Testgeräte und 60.000 Testkits des Startups GNA Biosolutions geordert.

Darüber hinaus hat sich Bayern das Vorkaufsrecht für 1000 Geräte plus einer Million Tests gesichert, wie Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (49, Freie Wähler) am Dienstag in München sagte.

Der neue Schnelltest ist laut Aiwanger der "weltbeste Schnelltest" - eine Einschätzung, die der in der Biotech-Szene bekannte Biochemiker Horst Domdey weitgehend bestätigte: "Dieses Testsystem gehört zu den sensitivsten weltweit, zu den kostengünstigsten weltweit und den schnellsten weltweit."

Anders als die bisher üblichen Antigen-Schnelltests ist auch der neue Schnelltest aus dem Münchner Vorort Martinsried ein PCR-Test, der das Erbgut des Covid-19-Erregers direkt nachweist.

Investition von acht Millionen Euro

Auch an der Optimierung der Testverfahren wird seit Monaten gearbeitet. (Symbolbild)
Auch an der Optimierung der Testverfahren wird seit Monaten gearbeitet. (Symbolbild)  © Georg Hochmuth/APA/dpa

Gut geeignet wäre das "Octea" genannte System nach Aiwangers Einschätzung für Krankenhäusern und Seniorenheime ebenso wie für Tests an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen.

Das PCR-Verfahren gilt als das zuverlässigste, ist aber vergleichsweise langsam, weil die Proben erst an Labors geschickt und dort analysiert werden müssen. Üblicherweise liegt das Ergebnis erst nach zwei Tagen vor.

Die Testgeräte von GNA-Biosolutions liefern die Ergebnisse in weniger als einer Stunde und sind so klein, dass damit auch mobile Labors möglich sind. GNA Biosolutions will im März die EU-weite Zulassung beantragen, wie Firmenchef Federico Bürsgens sagte.

Aiwangers Ministerium förderte die Entwicklung mit acht Millionen Euro - eine Investition, die sich nach Einschätzung des Freie Wähler-Chefs mehr als rechnen wird.

Zum einen spart die Staatsregierung demnach Geld, weil ein Test im Einkauf unter 20 Euro kostet, zum anderen könnten die Schnelltests nach Aiwangers Einschätzung helfen, die Rückkehr zur Normalität in den von coronabedingten Schließungen getroffenen Teilen der Wirtschaft und des gesellschaftlichen Lebens zu beschleunigen.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

Mehr zum Thema Bayern:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0