35 Jahre nach Tschernobyl: Radioaktive Folgen in Bayern weiterhin messbar

Feldkirchen - Am 26. April 1986 kam es im ukrainischen Tschernobyl zur schlimmsten Atomkatastrophe in der zivilen Nutzung der Kernkraft.

Durch die Atomkatastrophe im vierten Block (links) des Atomkraftwerks im ukrainischen Tschernobyl wurden Tausende Menschen verletzt und getötet. (Archiv)
Durch die Atomkatastrophe im vierten Block (links) des Atomkraftwerks im ukrainischen Tschernobyl wurden Tausende Menschen verletzt und getötet. (Archiv)  © epa Mykola Lazarenko / Pool/EPA/dpa

Aktuell ist die unter anderem mit dem Golden Globe ausgezeichnete HBO-Serie "Chernobyl" im Free-TV zu sehen und bringt nach fast 35 Jahren das Ereignis zurück ins Bewusstsein der Menschen. Die Serie sorgte teilweise für einen Tourismus-Boom bei Drehorten in Litauen und der Ukraine.

Die Folgen der Katastrophe von damals sind noch heute zu erkennen.

So sind beispielsweise Wildschweine in einigen Regionen Bayerns noch immer radioaktiv belastet.

Das liegt an den Lebensgewohnheiten der Tiere, wie der Bayerische Jagdverband in einer Pressemitteilung erklärte.

Wildschweine suchen im Gegensatz zu anderen Wildtieren einen Großteil ihrer Nahrung im Boden.

Messwerte über dem Grenzwert von 600 Becquerel Radiocäsium pro Kilogramm (Bq/kg) seien bei Wildschweinen keine Seltenheit, teilte der Verband weiter mit, der im Freistaat 124 Messstationen betreibt.

Mit Messungen belastetes Fleisch im Handel verhindern

Fast 35 Jahre nach der Reaktor-Katastrophe sind Wildschweine in einigen Regionen Bayerns noch immer radioaktiv belastet. (Symbolbild)
Fast 35 Jahre nach der Reaktor-Katastrophe sind Wildschweine in einigen Regionen Bayerns noch immer radioaktiv belastet. (Symbolbild)  © Lino Mirgeler/dpa

Mit den Messungen wird verhindert, dass belastetes Fleisch in den Handel gerät.

Die kontaminierten Stücke werden fachgerecht entsorgt. Jäger können beim Bundesverwaltungsamt eine Entschädigung beantragen.

1986 explodierte der Block vier im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl. Das war die bisher größte Katastrophe in der zivilen Nutzung der Kernkraft.

Es gab Tausende Tote und Verletzte. Radioaktiv verstrahlte Landstriche um die Atomruine wurden gesperrt und Zehntausende zwangsumgesiedelt.

Bei der Explosion gelangten radioaktive Stoffe in die Atmosphäre.

Durch Niederschlag und Wind wurden in Bayern insbesondere der Süden, Teile von Schwaben, der Bayerische Wald und auch einige Gebiete in der Oberpfalz und in Oberfranken kontaminiert.

Titelfoto: epa Mykola Lazarenko / Pool/EPA/dpa

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